Deutliche Holunderspuren in der Nase, blaue Frucht und schwarze Kirsche. Aber alles sehr sanft, fein und spielerisch bleibend. Feine Veilchennote, Flieder und Wiesenblumen. Insgesamt floral, schick und geschliffen. Im Mund kommt eine wunderbare Säure dazu aus roter Johannisbeere und Sauerkirsche. Tolle Länge und wunderbar seidiges Spiel. Das ist ein spannender Wein aus Blaye! Er hat nicht die Rustikalität, die manche Jahre hier haben – man hat die totale Finesse, den totalen Schliff. Das macht viel Freude, weil alles passt – harmonisch und balanciert. Très chic! 96+/100Dieses Weingut ist ab dem Jahrgang 2019 nicht mehr nur biologisch arbeitend, sondern auch biologisch zertifiziert. 12 Hektar Rebfläche. Der Erstwein kommt nur von fünf Hektar sehr alter Reben, auf Kalkstein gewachsen. Der Rest geht in den Zweitwein. Die Reben sind inzwischen über 50 Jahre alt. Der Ertrag aus extremer Dichtpflanzung liegt bei 35 Hektoliter pro Hektar, durch eine geringe Pflanzdichte erreicht man jedoch lediglich einen Ertrag von 500 Gramm Trauben je Pflanze. Önologischer Berater ist ein in der Region berühmter Winzer: Christian Veyry, langjähriger Mitarbeiter von Michel Rolland. Das Weingut wird geleitet von der Besitzerin Corinne Chevrier-Loriaud, die hier nur mit ihren Töchtern und ihrem Sohn arbeitet. Alles wird per Hand gelesen. Die Trauben werden vor der Vergärung komplett entrappt. Eine lange vierwöchige Fermentation und anschließend nochmal vier Wochen Mazeration auf der Schale. Die Fermentation findet spontan im Edelstahl statt, die malolaktische Gärung und der Ausbau im Barrique, allerdings nur zu einem kleinen Teil in neuem Holz. Der Großteil geht ins gebrauchte 500 Liter Tonneau.