Der Frauenberg ist so unglaublich präzise und zupackend und dabei so tiefmineralisch. Voll auf karger Kalkigkeit laufend. Schon beim ersten hineinriechen kommt mir hier das Kirchspiel in Westhofen in den Sinn, es läuft in eine ähnliche Richtung. Der Frauenberg war HO Spaniers Eintrittskarte zum Zellertal, es war seine erste Parzelle hier und ist bis heute eine Herzensangelegenheit. 2024 ist der 30. Jahrgang Frauenberg für HO, also ohnehin etwas Besonderes. Ob er sich deshalb nochmal extra ins Zeug gelegt hat, wer weiß?! Aber Frauenberg kann kaum besser gewesen sein als 2024. Das ist reduce to the max, ein Laserstrahl von einem Riesling. Ultra-puristisch, brachial salzig, quasi fruchtfrei. Um diesen 2024er zu begreifen, sollte man schon etwas Erfahrung mit dem Frauenberg haben. Das ist sehr, sehr purer Stoff. Das ist eine Kathedrale der Religion Riesling, ganz weit aufs Wesentliche runter getuned in Sachen Bodenausdruck. Das ist Kalksteinriesling wie er purer kaum sein kann. Das ist sehr geradlinig, sehr unverblümt, ungeschönt, rassig. Wenn man in den kargsten Hochlagen Meursaults oder Chablis einen Riesling anbauen würde, dann könnte er wohl genauso schmecken wie dieser Frauenberg. Der Frauenberg ist neben dem Rothenberg wurzelecht mein Favorit im Kühling-Battenfeld-Portfolio. Ein Mega-Wein und eines der besten GGs des Jahres 2024!