Der Ockfener Geisberg – die Wiedergeburt einer Riesling-Legende. Seit jeher galt der Geisberg, der die Verlängerung des Bockstein ist, als eine der besten Weinlagen der Saar. Er erzielte Höchstpreise auf Auktionen und wurde von den damalig besten Erzeugern bewirtschaftet. Im Zuge der Saarwein-Krise der Nachkriegszeit wurden viele der am schwersten zu bearbeitenden und steilsten Lagen aufgegeben, darunter auch der Geisberg. Roman Niewodniczański hat 12 Hektar Kernstück des Geisberg erworben und mit irrem Aufwand restauriert. In 2022 sind nochmal 2 Hektar alte Reben dazugekommen, damit ist es jetzt ein Monopol von Van Volxem. Seit 2020 gab es den ersten Wein hier, ein Kabinett, seit Jahrgang 2023 dann ein Kabi und ein GG. Aus dem kühlen Jahr 2024, das so etwas wie die moderne Version von 2014 oder 2008 ist, hat der Geisberg eine unglaublich kühle, feine Nase. Erinnert mich durchaus etwas an die Eleganz des Scharzhofberges, aber ist etwas aromatischer, einen Hauch mehr in der saftigen, gelben Frucht. In der Nase weiße Traubenzucker, Granny Smith und Ingwerschale, auch ein Anflug von Mango. Zerdrücktes Gestein liegt als Staub über allem. Wunderbar filigran und zart geht es auch im Mund weiter, hier mit Aprikose, Orangenblüte und Nektarine über warmem Stein. Die Mineralität schiebt schon gewaltig, aber ganz feingliedrig, strahlend, glockenklar und ultrafein. Das ist großer Saarwein in einer Finesse, die verträumt und tänzerisch ist. Echt genial.