Das Lesegut war perfekt reif dieses Jahr, aber von der Reife auch nicht wirklich hoch, der Alkohol ist moderat. Die Trauben stramm und knackig geerntet wie immer. Der Vulkangestein kommt zu 100 Prozent aus dem Felseneck, ist also quasi ein Zweitwein von den jüngeren Reben, wobei die Reben auch schon 25 bis 35 Jahre alt sind. Das macht die enorme Qualität und diese berauschende Mineralik des Weines aus. Die Nase ist würzig und reduktiv, hat einen enormen Spannungsbogen. Die Steinigkeit ist etwas heller als beim Vulkangestein. Der Wein hat einen schönen Oszillographen zwischen Stein, Salz, Säure und Frucht. Obwohl der Wein so fokussiert und messerscharf ist, hat er durch seinen Extrakt und die hohe Grundreife der Trauben keinen Extremismus. Man schmeckt die absolute Güte dieser Trauben. Eine wahnsinnig seidige Säurespur, die sich wie ein Faden durch den Wein zieht, weißer Pfeffer, Ingwerschärfe. Viel steiniger Bodenabdruck auf der Zunge, griffig, zupackend, das ist schon ein irre hohes Niveau für diesen Wein in 2023. Aus jeder Felseneck-Parzelle hätte man GG machen können dieses Jahr laut Tim Fröhlich, so hoch war die Qualität der Trauben. Entsprechend grandios ist der Schiefergestein, das ist quasi ein abgestuftes Großes Gewächs, mit Druck, Salz und atemberaubender Spannung und seidiger Delikatesse aus total reifen Trauben. Ein fantastischer Terroirwein der Nahe, Schiefer pur! 94-95+/100