Biologische Weinbergsarbeit, top gesundes Lesegut. Die Reben sind rund 50 Jahre alt, immer wieder kommt mal ein älteres Stückchen Weinberg dazu, weil andere Winzer die kargen und steilen Stücke eher aufgeben. Aber Team Rudolf May ist bestens aufgestellt und freut sich über die schwierig zu bewirtschafteten Parzellen, weil sie grandiose Weine ergeben. Der Wein wird komplett im großen Holz, Stück- und Doppelstückfässer, ausgebaut, liegt bis in den Sommer auf der vollen Hefe im Fass. Reine Spontangärung, auch Malo durchlaufen, sehr niedrig geschwefelt. Durch den harten Frühjahrsfrost und die Peronospora hat der Öko-Betrieb May rund die Hälfte der Ernte verloren. Der Sommer war regenreich und eher kühler, somit waren die Mostgewichte sehr moderat, die Weine haben eine feine Frische, durch die niedrigen Erträge aber auch immense Dichte. Eine köstliche Nase mit viel cremiger, heller Frucht, gelber und weißer Pfirsich, Curry, Mandarine. Wow, das hat schon Stoff in der Mitte, fast leicht ölig, mit grüner Olive, auch Olivenpaste, Quittenschale. Schicke Holzunterlegung, in Tateinheit mit der Hefewürze bekommt der Wein diese May-typische, cremig-dichte Struktur, die die Weine so toll trinkbar macht. Der Langenberg Erstes Gewächs ist wahrscheinlich Mays typischster Wein, seine perfekte Visitenkarten für diesen wunderbar schmelzenden Stil. Dazu diese besondere Würze von der Spontangärung im Holz, das ist schon spannend auf der einen Seite, zugleich auch immer sehr köstlich.