Lobenberg: Das Frühlingsplätzchen steht auf rotem Schiefer (hoch verdichteter, gepresster Ton), Blauschiefer (Kupfer) und Quarzit. Nur wenige Stunden Maischestandzeit. Dann abpressen und spontan vergären im Holz. Der Ausbau geschieht auf der Vollhefe bis zur Abfüllung Ende Mai. Wie schon gesagt, das Frühlingsplätzchen steht auf rotem Schiefer und hat einen etwas höheren Lehmanteil als der Halenberg. Ausbau im gebrauchten großen Holz, vom Stückfass zu 1200 Liter bis hin zu 3000 Liter. Einige sind mehrere Jahrzehnte alt. Feine Kräuterwürze in der Nase, Sommerapfel, feine Nussigkeit, etwas Anis, Tonicwater, ganz hinten auch Pfirsich. Das Plus an Tiefgründigkeit der Böden hier im Vergleich zum kargeren Halenberg gibt hier mehr als letztes Jahr ein gewisses Plus an Charme und warm-kräuteriger Frucht. Straff und dicht, mit wärmender Phenolik aus gelbroter Frucht im Nachhall. Eine ähnliche Verspieltheit wie 2016, schon tänzelnd und hochfein, irgendwo zugänglicher als der Halenberg, aber trotzdem mit einem ordentlichen Mineral- und Säurekick im Finale. Ein hochspannender Jahrgang, weil er durchaus eine etwas wildere, strammere Art hat. Für Rieslingsfreaks eine Freude. 97-98+/100