Lobenberg: Hier liegen wir bei 105 Oechsle, das allerbeste Material. Nur 5 bis 10 Prozent Botrytis. Man hält die Nase ins Glas und wird direkt weggeblasen, aber nicht vor Wucht, sondern vor Feinheit. Man wird verblüfft, weil diese Auslese riecht wie ein Eiswein. So kühl und kristallklar wirkt es. Man meint selbst die stahlig-kühle Säure schon riechen zu können. Aprikose, kandierte Walnuss, Blütenstaub, Lindenhonig, feines Apfelkompott. Die Säure ist brillant, stellt eine Balance der höheren Art her. Wie 2004 mit mehr Säurepunch oder 2010 in filigraner und zarter. Diese wunderbar dezente, ganz zarte Honig-Süße bleibt fast eine Minute am Gaumen haften. Leichtes Salz an den Zungenrändern. Der Wein ist das Gegenteil eines Brummers, aber dennoch wird er Jahrzehnte halten. Es gab selten, vielleicht noch nie so hauchfeine und säurefrische Süßweine wie 2021. 97-99/100