Lobenberg: Eine echte Sensation, diese neue »Alte Reben« Serie der Schneiders – und der 2024er Chardonnay setzt gleich im ersten Auftritt Maßstäbe. Eine Einzelfassabfüllung aus einer uralten Anlage der 1950er Jahre in Endingen, damals irrtümlich als Weißburgunder aus dem Elsass gepflanzt, später als Chardonnay enttarnt. Auf Löss gewachsen, im großen Holz und Tonneau ausgebaut. Weckt sofort burgundische Assoziationen, aber bleibt zugleich unverkennbar Kaiserstuhl. Die Nase ist fein, hell und unglaublich präzise. Feingliedriges Holz, kaum spürbar, eher ein samtiger Schleier als ein Aroma. Ein Hauch heller Tabak, etwas Zedernholz, dazu eine wunderbar flintige, rauchige Reduktion – ganz zart, wie zerstoßener Feuerstein. Dann öffnet sich der Wein mit kühler Mineralität, kreidig, fast staubig-fein. Später kommen gelbe Zitrusöle, kandierte Limettenschale, ein Hauch zerdrückte Haselnuss, weißer Pfirsich, ein Anflug Birne. Mit Luft erscheinen diese feinmineralischen Anklänge wie Austernschale, salziger Meeresduft. Am Gaumen unglaublich gesetzt und souverän. Der Auftakt ist klar, straff, mit einer vibrierenden Säureader und einem dezenten Twist von reifer Zitrone. Viel Druck aus der Tiefe, aber niemals schwer. Kreidige Textur, salzig, straff und durchgezogen von einer glasklaren, kühlen Mineralität des Lössbodens, der hier eher wie feiner Kalk wirkt. Das Holz bleibt dienend – eine leichte Butternote, ein Hauch Vanille, aber nie breit. Weißer Pfirsich, etwas Quitte, ganz leichte Kräuterwürze. Alles ist ruhig, harmonisch und großartig verwoben. Das Finale ist lang und mineralisch, mit salziger Kante, Zitrusabrieb, einem Hauch heller Nüsse und dieser rauchigen, fast burgundischen Strahlkraft, die den Wein weit über den Kaiserstuhl hinaushebt. Ein großer, überraschend tiefgründiger Chardonnay – feinste alte Reben, feinste Handarbeit, feinster Stil. Schon 2024 ein Paukenschlag und eine Bereicherung für das ganze Sortiment. Stark!