Saint-Joseph, Côte-Rotie und Condrieu waren bezüglich Hagel und Regen die begünstigten Appellationen der Nordrhône in 2023. So ist auch die Nase dieses Saint-Joseph mit den über 100 Jahre alten Reben urtypisch und wie man es von Tardieu erwartet mit dieser schwarzen Frucht, leicht verbranntem Gummi und der hohen Intensität der Petite Syrah. Schwarze Frucht, Holz und Kohle, dahinter schwarze Kirsche, Brombeere und Maulbeere. Ein bisschen Cassis dazu und viel dunkles Gestein. Der Mund wird dominiert von hochintensiven Veilchen und einer famosen Frische. Geniale Säure, ohne jeglichen Spitzen! Sehr feines, sehr geschliffenes Tannin und trotzdem so frisch. Frische aus schwarzer Kirsche, aus Brombeere, hochintensiv! Die Augen ziehen sich zusammen und trotzdem bleiben die Gerbstoffe fein und verspielt. Wir sind hier nicht bei 2022, das war sicherlich ein absolutes Ausnahmejahr. Aber 2023 ist eben extrem komplex, fein und verspielt. Eine Ode an die Freude und ein extrem schicker Saint-Joseph. 96-98+/100 *** Tardieus Saint-Joseph wächst ausschließlich auf Granitböden. Paradis, Lieu Dit Saint Joseph und Oliviers. Die obersten 10, 20 Zentimeter sind verwitterter Stein, darunter kommt richtig Fels, in den die Reben ihre Wurzeln über 100 Jahre hinweg getrieben haben. Eine Cuvée aus Syrah und Petite Syrah oder Serine, wie die uralte, kleinbeerige Form der Syrah hier genannt wird. Die Serine-Reben sind über 100 Jahre alt, sie wurden kurz nach der Reblauskrise angepflanzt. Die Syrah-Reben sind 60 Jahre alt. Der Alkoholgehalt liegt 2023 bei 13 Volumenprozent. Die Hälfte der Trauben wird vor der spontanen Fermentation in Betontanks nicht entrappt. Der Ausbau erfolgt für 12 Monate in Barriques, zum Teil neues Holz, zum Teil Zweitbelegungen. Danach für weitere acht Monate in großen Doppelstückfässern von Stockinger. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die Burgunderflaschen mit Naturkork gefüllt werden. 96–98+/100