Lobenberg: Die Nase ist sehr einzigartig im Hermitage, weil die sandigen Böden so eine unendliche Feinheit bringen. Wir haben schwarze, blaue und rote Frucht, aber sie ist so fein und wird überdeckt von Veilchen und Rosenblättern. Extrem viel Charme, feine Süße schon in der Nase, dann kommt Holunder, so unendlich schick! Sympathisch und einnehmend – der Wein treibt einem ein Lächeln ins Gesicht. Der schwarzfruchtige Mund ist mehr seidig als samtig, aber intensiv und dicht. Veilchen sind fast schmeckbar in dieser blumigen Konsistenz mit der schwarzen Kirsche darunter. Feine Lakritze, etwas Honig, dazu Holunder und auch ein bisschen Blaubeere. Aber alles ist ganz schick miteinander verwoben, dicht und schick zugleich, elegant und dabei saftig, hedonistisch und lecker. In seiner Feinheit mehr einem Pomerol als einem Saint-Émilion ähnelnd. Ein genialer Nachhall – rote Frucht, Salz und Gestein kommen wieder hoch. Der Wein steht für Minuten. Les Dionnières hat nicht diesen achtungsgebietenden Wumms wie Le Méal, aber eine unendliche Feinheit. Bezaubernd! 98+/100 *** Les Dionnières liegt im östlichen Teil des Hermitage, in Süd- und Südostexposition. Sehr viel Sandanteil im Untergrund, deshalb feiner als Le Méal. Es gibt hier auch sehr viel Kalk, blauen Lehm und Kieselsteine. Le Méal ist aber im Vergleich viel massiver und mit einer deutlich schwärzeren Ausrichtung. Der feinere Dionnières wächst unterhalb von Le Méal, im unteren Teil des Berges, wo es langsam in sanftere Hänge übergeht. Zwischen Le Méal und Les Dionnières liegt jedoch fast ein Kilometer Luftlinie, sie grenzen also nicht aneinander. 60 Prozent der Cuvée machen die alten Syrah-Klone mit den sehr konzentrierten, kleinen Beeren aus, sprich Petite Syrah, auch Serine genannt. Zwei Hektar befinden sich im Eigenbesitz von Ferraton. Es wird biodynamisch bearbeitet, im Keller komplett entrappt und dann im Zement spontan vergoren. Der Ausbau erfolgt zum Teil in neuen und gebrauchten Barriques, zum Teil in Tonneaux.