Durch die Frostnächte Ende April, die eigentlich nur auf -2 Grad runter gegangen sind, allerdings hing viel Nebel in den Weinbergen, die das Ganze sehr verstärken. Im Grunde waren nahezu alle Weinberge zu über 90 Prozent betroffen, sowohl der Scharzhofberg als auch die Braune Kupp, was sehr selten passiert. Die Trauben sind aus dem zweiten Austrieb, was das Ganze dann also sehr weit nach hinten geschoben hat mit der Vegetationsperiode. Es gibt nur 7000 Liter Ertrag im gesamten Betrieb. Die Lese ging vom 14. Oktober bis Ende des Monats, also eine späte Lese, die viel Extrakt mitgebracht hat. Die 2024er wurden Anfang März abgefüllt. So kühle Jahre wie 2024 sind für die warme Braune Kupp immer exzellent, weil sie da ihre aromatische Expressivität ausspielen kann, aber nicht zu üppig wird, sondern ein bisschen der kühlen Kargheit vom Scharzhofberg auf sie abfärbt. Ein bisschen Botrytis ist hier mit im Spiel, aber nicht besonders viel. Die Kupp Spätlese ist sehr komplex, duftet nach Grapefruit, Kumquat und Passionsfrucht. Wow, so straff und kühl, das ist fast ein Baby-Scharzhofberger mit diesem wärmeren Touch in der Frucht und einem Hauch mehr Schmelz natürlich, aber die Kupp ist atemberaubend gut dieses Jahr. Die Spätlesen 2024 sind so atemberaubend, weil sie sich fast kabinettartig trinken, aber doch dieses Plus an Struktur und Schmelz haben. Leider gibt es auch von der Kupp nur verschwindend geringe Mengen.