Egon Müller: Riesling Le Gallais Wiltinger Braune Kupp Beerenauslese 2024

Egon Müller: Riesling Le Gallais Wiltinger Braune Kupp Beerenauslese 2024 0,375 l

Limitiert

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, süß
7,5% Vol.
Trinkreife: 2034–2084
sehr süss
exotisch & aromatisch
mineralisch
Lobenberg: 100/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Le Gallais Wiltinger Braune Kupp Beerenauslese 2024

100
/100

Durch die Frostnächte Ende April, die eigentlich nur auf -2 Grad runter gegangen sind, allerdings hing viel Nebel in den Weinbergen, die das Ganze sehr verstärken. Im Grunde waren nahezu alle Weinberge zu über 90 Prozent betroffen, sowohl der Scharzhofberg als auch die Braune Kupp, was sehr selten passiert. Die Trauben sind aus dem zweiten Austrieb, was das Ganze dann also sehr weit nach hinten geschoben hat mit der Vegetationsperiode. Es gibt nur 7000 Liter Ertrag im gesamten Betrieb. Die Lese ging vom 14. Oktober bis Ende des Monats, also eine späte Lese, die viel Extrakt mitgebracht hat. Die 2024er wurden Anfang März abgefüllt. Es gibt seit Langem mal wieder eine BA bei Egon Müller, sowohl aus der Braunen Kupp als auch aus dem Scharzhofberg. In 2023 konnte nur eine TBA geerntet werden, die wird in 2025 versteigert. Aber eine BA, so etwas Feines, das gab es seit 2015 nicht mehr, davor war es 2005. Also alle Jubeljahre mal, wirklich ultrararer Stoff. Beerenauslesen werden immer schwerer zu erreichen, weil die Jahre entweder zu schwach sind und gar nicht rankommen oder es eben dann zur TBA hochgeht, weil die Herbste viel wärmer sind. Wie der Eiswein »leidet« die BA unter dem Klimawandel, was sie immer seltener macht. Ein irre konzentrierter Wein, dabei ist er fast saftig durch die gigantische Säurestruktur des Jahres 2024. Bei all seiner Urgewalt trinkt sich diese BA erstaunlich schön, man will das wirklich runterschlucken. Eigentlich ist es bei Egon Müller in der BA immer etwas üppiger, mit wahnsinniger Botrytis-Power, aber in diesem 2024er ist es verblüffend trinkfreudig. Eingekochte Quitte, Bitterorange, Wermutkraut, süßsaure schwarze Johannisbeere, die virile, pikant-exotische Säure einer Passionsfrucht. Ein ganz eigener Typ, unvergleichlich sowieso, weil es dafür viel zu wenige BAs aus dieser Lage gibt, um wirklich von einem Typus zu sprechen. Unique in seiner straffen und zugleich konzentrierten Art ist 2024 allemal.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Mein Winzer

Egon Müller

Die besten edelsüßen Rieslinge der Welt kommen von der Saar und der Mosel. Das Weingut Egon Müller steht allgemein anerkannt an der Spitze dieser kleinen Elite. Man muss keine weiteren Worte verlieren. Wer die hohen Preise der weltbesten Weine bezahlen will und kann, weiß warum diese Summe dennoch...