Der Blauschiefer und der Rotschiefer werden im Edelstahl vinifiziert, aber dann im großen 3000 Liter Holzfass und Moselfudern gelagert. Der Riesling vom roten Schiefer kommt aus eigenen Weinbergen, die inzwischen insgesamt über 50 Hektar umfassen. Aber nur der kleinere Teil davon wird trocken auf die Flasche gebracht. 2024 ist die große Moselklassik, aber nicht scharf wie 2021, sondern unendlich verspielt und fein. Auch weniger wuchtig als 2023, einfach die perfekte Mitte dazwischen. Die Gutsweine werden unter den verschiedenen Terroir-Bezeichnungen Rotschiefer und Blauschiefer abgefüllt, wie das auch bei Clemens Busch der Fall ist. Die Weine wachsen in den Gemeinden Erden und Ürzig, also die absoluten Grand Cru-Gemeinden für Rotschiefer-Weine. Entsprechend gehen wir aromatisch hier zu Grapefruit, Orangenblüte, Weinbergspfirsich, Pfingstrosen. Im Mund dreht sich das Blatt dann, weil es kerniger, griffiger und etwas rustikaler im Antrunk wird als beim sehr feinen und geschliffenen Blauschiefer. Das ist jedes Jahr so. Der Rotschiefer hat eine wunderbare Basslastigkeit in seiner Würze, tief und satt. Dennoch bleibt er verspielt und blumig, mit der straffen, saftig-kühlen Art von 2024. Das s ist schon ziemlich lecker und hat das Zeug zum Sommerwein 2025. Eigentlich gefällt mir der Blauschiefer immer mehr, aber dieses Jahr sind sie pari. 91+/100