Wow, was für ein Kracher-Kabinett! Christian Hermann hat mit Jahrgang 2024 eine Mega-Kollektion geerntet. Ein kühler, enorm straffer, saftiger Jahrgang mit diamantartiger Brillanz. Und diese Einzelfuder-Abfüllung Nr. 12 aus seiner Paradelage Würzgarten ist die Crème de la Crème des Jahres im Kabinett. Erstmalig bei der VDP-Versteigerung in Trier auktioniert, da Hermann ab Jahrgang 2024 ja neues Mitglied im VDP ist. Nun kommen seine grandiosen restsüßen Weine, die schon lange zu den besten der Mosel zählen also auch unter den Hammer. Der Wein zeigt sofort, was das Jahr so genial macht: feinste Exotik, ziseliert und elektrisierend, wahnsinnig dicht in seiner leichtfüßigen Kühle, dabei schwebend filigran. Es ist wirklich irre, wie der Jahrgang 2024 sich im Süßwein-Bereich herauskristallisiert hat, gar nicht unähnlich zu 2023 und 2019, aber am Ende schlanker und krachender als beide. 2021 kommt charakterlich wohl am nähsten dran mit dieser wahnsinnigen Pikanz. In der Nase köstlich komplex, alle Sinne berauschend, Kurkuma, süße Lindenblüte, Grapefruit, Mandarine, Sternfrucht, zerstoßener Stein. Es folgt ein glockenklarer, rassiger Mundeintritt mit viel Schiefersalz und Vibration unter der Mandarine mit Graphit und weißgelben Blüten. Auch etwas warmes Bienenwachs. Keineswegs leicht, da ist schon gewaltig Substanz drunter, intensiv, zupackend und vor allem laaaang. Die Aromatik, so filigran sie auch ist, steht ewig am Gaumen, zieht immer wieder nach mit salziger Pikanz und warmfruchtiger Exotik. Viel besser geht Kabinett von der Mittelmosel kaum. Das ist die Quintessenz des Würzgartens in einer gigantischen Reintönigkeit. Am Ende bei aller Weltklasse auch saftig, expressiv und einfach Freude machend – so ist das immer bei Christian Hermanns Weinen.