Clos Hédoné: Clos Hédoné 2020

Clos Hédoné 2020

Merlot 80%, Cabernet Franc 20%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2046
seidig & aromatisch
saftig
fruchtbetont
Lobenberg: 96/100
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Clos Hédoné 2020

96
/100

Clos Hédoné ist ein 1,5 Hektar Winzling, der dem Kellermeister von Guillot Clauzel, Arnaud Lagardère, und dessen Freund Christophe gehört. Die 15 - 20 Jahre alten Reben werden in reiner Handarbeit nach Feierabend von ihnen gepflegt. Biologische Bearbeitung, komplette Begrünung. 2019 wurden diese anderthalb Hektar das erste Mal aus der Kooperative herausgelöst und separat vinifiziert. Insgesamt gibt es nur 5.000 Flaschen. Der Ausbau geschieht in Barriques aus dem Burgund, die Hälfte davon ist neu. Abgefüllt wird der Wein in eine der ursprünglichen Bordeauxflaschen, die es aber ab dem 20. Jahrhundert nicht mehr gab wegen Verpackungsproblemen – sie ist etwas gedrungener, etwas knubbeliger. Duftige, reiche Flieder-Lavendel-Veilchennase. Viel schwarze Frucht. Satte Schwarzkirsche, etwas Cassis darunter, aber auch Schlehe und Sauerkirsche. Hohe Intensität, aber nicht fett. Das ist so fein, so poliert! Ich weiß gar nicht, an was mich dieses Weingut erinnert mit dieser schwarzen geflämmten Frucht, mit dieser Rauchigkeit. Am Ende erinnert das sehr an Valandraud, das ist ja auch der übernächste Nachbar. Der Wein steht für Minuten und bleibt trotz dieser aromatischen Dichte herrlich schlank. Was man ihm vorwerfen kann, ist zugleich seine ganz große Stärke: im Vergleich zu ganz großen Nachbarn wie Troplong Mondot oder Valandraud vernachlässigt er ein bisschen die fleischig-süße Mitte zugunsten der hohen Eleganz. Da ist er näher am Biodynamiker Tertre de la Mouleyre. Mit dieser Saftigkeit und Trinkfreude tut das aber eben keinen Abbruch, wenn denn diese atemberaubende Finesse die Zielsetzung ist, meine in jedem Fall! Dabei ist 2020 sogar noch etwas feiner und dem Finesse-Ideal näher, dafür hat 2019 einfach mehr pikante Power.

Jahrgangsbericht

Der Sammler-Jahrgang 2020 fasziniert als Abschluss einer magischen Trilogie mit extraterrestrischer Konzentration. Trotz massiver Tanninstruktur glänzen die Top-Weine mit einer butterweichen, unanstrengenden Saftigkeit, die neben ewiger Haltbarkeit auch für eine spektakulär frühe Genussreife sorgt.

Verkostungsnotiz

Yves Beck über: Clos Hédoné

Das Bouquet von Clos Hedone betont zunächst die Frische bzw. das kalkhaltige Terroir, durch fruchtige und kreidige Nuancen. Der Wein ist saftig, straff und mit einer knackigen, prägnanten Struktur versehen. Dies verleiht dem Wein eine scharfkantige Dimension, die ihn frisch und harmonisch stimmt. Das sehr warme Klima von 2020 wird vom Terroir vollständig aufgefangen. Viel Charakter und Temperament in diesem Wein, der mit samtenen, aber dennoch straffen Tanninen versehen ist. Herrliche Symbiose zwischen Reife und Frische. Ein Wein, den man jetzt trinken möchte und den man auch eine Zeit lang im Keller aufbewahren kann ... wenn man das schafft!

Mein Winzer

Clos Hédoné

Clos Hédoné ist ein 1,5 Hektar Winzling, der dem noch jungen Kellermeister von Guillot Clauzel, Arnaud Lagardère, und dessen Freund Christophe Pavageau gehört. Kalkstein mit leichter Sand-Lehm Auflage, bestes Terroir. Spezielle Reben aus einer Selektion Massale, die in reiner Handarbeit nach dem...

Clos Hédoné 2020