Lobenberg: Seit Jahren eines der modernsten, also extrahiertesten und am massivsten mit Holz behandelten Châteaus in der Appellation Margaux. Mit dem Versuch Lascombes zu überholen und Rauzan-Ségla zu erreichen leider auch in diesem Jahr starke Extraktion, aber so gerade noch nicht zu viel gemacht. Zumindest die Nase zeigt dichte schwarze Kirsche, Cassis und Brombeere ohne zu viel Süße. Bleibt fein, Zwetschge, gute Harmonie. Im Mund geht es dann schon heftiger zur Sache. Hier deutlich extrahiert. Bitterstoffe, Holzkohle von zu viel neuem Holz. Die ahnbar schöne Frucht und Eleganz wird durch das Extrakt deutlich überdeckt. Weniger wäre mehr gewesen. Sicherlich ein eindrucksvoller Wein. Aber ob die Harmonie des Rauzan-Ségla in diesem Jahr erreicht werden kann scheint mir mehr als fraglich. Sicherlich ein eindrucksvoller Wein, aber für mich nicht in die allererste Reihe der Appellation gehörend, wenn sich der Preis jedoch bewegt mag es ein guter Kauf sein. 92-94