55 Prozent Cabernet Franc und 45 Prozent Merlot. Der Ertrag lag bei 44 Hektoliter pro Hektar. Sehr reiche, opulente Nase, so wie es typisch ist für Castillon. Wuchtig mit reicher schwarzer Kirsche, dazu Pflaume, Cassis, Maulbeere, viel Veilchen und Rosenblätter. Druckvoll! Das Ganze mit einem seidig-samtigen Tanninteppich unterlegt. Der Mund ist beides: Auf der einen Seite total dicht, samtig, reich und fleischig. Dann kommt aber auch Sauerkirsche, rote Johannisbeere hält die Balance. Ein opulenter Castillon, der von der Ausprägung der Finesse eher bei Clos Puy Arnaud und Clos Louie steht. Aber er hat im Mund durchaus auch die Reichhaltigkeit eines Domaine de L’A. Irgendwo dazwischen bewegt er sich auch. Superber Castillon! 96+/100 *** Monbadon ist ein von Jean-Philipp Janoueix gerade erst gekauftes Château in Castillon. Ein uraltes Weingut mit einer ewig langen Historie. 9,8 Hektar in historischer Lage. Vor Jahrhunderten war es bereits in die Kämpfe zwischen Aquitanien und Frankreich verwickelt. Jean-Philippe hat das Château mitsamt der 30 Hektar Weinberge gekauft, davon wurden 20 erstmal gerodet, sie werden neu bepflanzt. Die verblieben zehn Hektar sind mit 25 bis 30 Jahre alten Reben bestockt. 5.500 Pflanzen pro Hektar. Sie stehen auf purem Kalkstein mit blauem Lehm auf der höchsten Lage überhaupt in Castillon, wenn man denn hier bei 120 Metern überhaupt von Höhe sprechen kann. Aus diesen zehn Hektar macht Jean-Philipp zu 60 Prozent den Zweitwein Indie de Monbadon, er wird im Beton spontan vergoren für 30 Tage und dann zu einem Drittel in zweitbelegten Tonneaux von Stockinger ausgebaut, zu zwei Dritteln im Tonamphoren. Der Erstwein wird zu drei Viertel im neuen Holz ausgebaut und zu einem Viertel in Betonamphoren. Das Weingut ist bio-zertifiziert.