Der Name des Lieu-dit, aus dem der Le Pavillon stammt, lautet Les Bessards. Es steht ein kleines Haus in diesem Weinberg, das dem Wein letztlich seinen Namen gegeben hat. Es wurde schonmal darüber nachgedacht, den Namen zu ändern, aber Le Pavillon ist inzwischen zu bekannt. Es ist ähnlich wie beim weißen De L’Orée – beide Weine tragen nicht den Namen ihrer Einzellage. Vielleicht sind diese beiden die herausragendsten Weine bei Chapoutier. Le Pavillon liegt direkt unterhalb von La Chapelle – wir sind hier also im absoluten Herz der Appellation Hermitage. Die Reben ziehen sich bis ganz nach unten, in der Mitte der Lage befindet sich eine kleine Kuppe. Wir haben somit sowohl eine Südexposition der Reben als auch eine Ausrichtung nach Osten und Westen. Alle Topwinzer haben den hier einen Anteil Reben, egal ob Chapoutier, Delas oder Chaves. Les Bessards ist das Herz des Hermitage-Bergs. 2023 hat die Reife von 2019 und 2020 mit der spannenden Seidigkeit und Eleganz von 2021. Das ist eine sehr ansprechende Melange, weil irgendwie alles passt. Das macht die Weine in ihrer Wärme auch schön zugänglich in der Jugend, schon aus dem Fass probiert, sind sie traumhaft seidig. Die Nase ist für einen Pavillon unglaublich fein und zugleich so reich, so schiebend, so intensiv und wärmend. Warme Blaubeertarte und zerstoßene Himbeere und Brombeere in der Nase, auch Holzkohle und das typische dunkle Gesteinsmehl. Das Ganze ist nahezu perfekt verwoben, cremig und in ungeahnter Konzentration verwoben, die an 2020 heranreicht, aber frischer wirkt. Viele Genießer werden sehr erstaunt sein, wenn sie diesen Wein in voller Trinkreife in 10 bis 15 Jahren aufmachen, weil es eben so unendlich saftig, hedonistisch und lecker ist, weil es ein ehrfurchtgebietender Wein ist, der gleichzeitig so unendlich fein, saftig und trinkig ist. Hermitage at it’s best. Toller Stoff! 100/100