2025 war die früheste Lese aller Zeiten bei Chapoutier, am 14. August ging es in Saint-Peray los. Der Spätsommer war von einer großen Hitzewelle geprägt, der die Reife vorangetrieben hat und die Trauben stark aufkonzentriert hat. Es gibt rund 20 Prozent weniger Ertrag als erwartet, weil die Trauben so wenig Saft ergeben haben. Maxime Chapoutier sagte, er habe noch nie so hohe Extraktwerte in seinen Weinen gehabt wie 2025. Seit Jahrgang 2022 verwendet Chapoutier ein bisschen Rappenanteile in der Vergärung, das kam vor allem durch das Bestreben von Maxime Chapoutier. Sie sind etwas später zugänglich dadurch, weil sie etwas schärfer werden, aber dafür reifen sie wahrscheinlich noch graziler. Die Reben im Le Méal stehen in Südexposition, 100 Prozent Syrah. Die Trauben werden im Weingut komplett entrappt. Der Ausbau erfolgt im Barrique und vereinzelt in Holzfudern für rund 18 Monate, davon sind etwa 25 Prozent Neuholz. Le Meal strahlt immer mit die größte Wärme und Reichhaltigkeit aus, zugleich eine sagenhafte Balance in dieser Wucht. Er ist nicht ganz so abgehoben fein wie der L’Ermite, sondern etwas reichhaltiger, generöser. Der 2025er strahlt eine köstliche Exotik aus, Blaubeerparfait, schwarze Waldbeeren, Salzlakritze und Mango. Nahtlos in sich verwoben, fein und so seidig wie es nur geht. Ein Traum. So viel Kraft, dass er kaum laufen kann und doch ist er dank dieser feinen Säuremarmorierung weit entfernt von einem überstrukturierten Hermitage. Die Reife und Feinheit der heutigen Zeit macht die Weine so zugänglich und trotzdem werden sie sicher ewig halten. Le Meal hat diese beeindruckende Wechselwirkung zwischen leicht süßer, fast etwas exotischer Frucht und dem brachialen Stein des Hermitage. Genial, auch wenn ich die totale Finesse eines L’Ermite noch etwas mehr schätze, aber das ist Geschmackssache. Das ist ein extrem beeindruckendes Jahr, mehr Power als 2024, mehr Intensität, mehr Farbe, mehr Tannin, mehr von allem. Wer auf diese Giga-Jahre steht, muss bei 2025 zuschlagen.