Das ist der Flaggschiff-Godello von Cesar Marquez. Schon die Nase ist atemberaubend tief und konzentriert, aber nicht konzentriert im Sinne von fett, sondern so konzentriert auf rauchig unterlegter Zitrusfrucht, Feuerstein und steiniger Kühle. So spannungsgeladen und schon in der Nase vor Mineralität strotzend. Dann kommt auch ätherische Kräuter-Kühle von Zitronengras, Melisse und sogar Salbei dazu. Auch etwas mit Butter bestrichenes Sauerteigbrot im Hintergrund. Ultrafein aber druckvoll, alles andere als zart. Einfach nur komplex, erhaben und mit Luft immer mehr Facetten zeigend. Am Gaumen setzt sich der Mix aus ätherischer Kräuterwürze und Zitrusfrucht fort. Amalfizitrone, herbe Grapefruitschale und Pomelo nebst Quitte und Mirabelle. Man merkt hier geht es nur um Finesse, Feinschliff und mineralischen Zug. Kompromisslos pikant in dieser fast ingwerscharfen, mineralischen Kalkigkeit am Gaumen. Salz, Salz und nochmal Salz. Das schiebt wirklich mit einer unaufhaltsamen Dramatik über den Gaumen, die Textur ist irre und beeindruckend! Ein ganz großer Godello auf Grand Cru-Niveau, irgendwo zwischen Corton-Charlemagne und Meursault.