Lobenberg: Eine hochfeine Auslese mit rund einem Drittel Botrytisanteil. Wahnsinnige Intensität, konzentrierte Aprikose, Cassis, hochfeiner Rosinenton, weniger tropische Frucht, es bleibt eher im feinen europäischen Steinobstspektrum. Das gefällt mir sehr gut, da es die Botrytis-Intensität und Dichte hat, aber dennoch keine dicke Honigbombe ist. Es gibt keine Wucht, aber schon eine betörende Struktur. Perfekt konturiert und geradeauslaufend. Saftig, ganz klassisch in der Art. Der Wein betört durch seine elegante, tänzerische Art, hat aber auch irre viel Schub und Konzentration, die man dem Jahrgang gar nicht zutraut. Atemberaubend welche Kraft diese hochfeine Auslese am Gaumen aufbaut. Hier geht richtig die Post ab. Es ist die pure, klassische Trinkfreude der Mosel, die man hier ins Glas bekommt. Und dazu noch eine unglaubliche Eleganz und betörende Finesse. Dieser immense Säurezug gepaart mit der Intensität des Jahrgangs erinnert etwas an die furiosen 2010er Süßweine, aber er hat diese Finesse und Klarheit dazu. Hat mehr Power als 2004 und 2008 jedenfalls, ist aber ähnlich geartet im Stil. Absolut grandiose Süßweine in 2021 und dieser gehört in seiner kraftvollen Eleganz sicher wieder zur Spitze des Jahres. 97-100/100