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Im Portrait

Girard-Bonnet

Im Verkostungsraum von Girard-Bonnet

Nach Paul Girards Ausbildung und Wanderjahren – unter anderem im Elsass – kehrte er zurück, um die Weinberge seiner beiden Elternhäuser – Philippe Girard und Dominique Bonnet – zu vereinen. Seit dem Jahrgang 2018 tritt er mit einer völlig neuen Vision an: kompromisslose Herkunftstiefe durch biodynamische Bewirtschaftung. Das Weingut befindet sich seit 2023 in der offiziellen Bio-Zertifizierung.

Die Rebflächen der Domaine von rund 12 Hektar befinden sich in einigen der prestigeträchtigsten Gemeinden der Côte des Blancs: Le Mesnil-sur-Oger Grand Cru, Oger Grand Cru und im Premier Cru Vertus.

Die Weinfeder von Picque Caillou

Paul Girard arbeitet im Keller extrem präzise. Er setzt auf Spontanvergärung, teils im Edelstahl, teils in gebrauchten Eichenfässern, um die Textur zu stützen, ohne das Terroir zu überlagern. Die Champagner sind meist Blanc de Blancs, also 100 Prozent Chardonnay, und zeichnen sich durch eine enorme vertikale Spannung, saline Mineralität und sehr niedrige Dosagen (Extra Brut oder Brut Nature) aus.

Girard-Bonnet spiegelt den modernen »Grower-Style« wider: puristisch, druckvoll, zugänglich und dennoch mit großem Reifepotenzial.

Der A mi-chemin ist die geschmackliche Visitenkarte des Hauses, eine Assemblage aus den Grand Cru Lagen Oger und Le Mesnil, die Spannung mit Charme verbindet. Der Au bout du Chemin stammt aus den etwas kühelren 1er Cru Lagen in Vertus, er ist kühl, floral und verspielt. Hinzu kommen die Einzellagen-Champagner aus alten Reben in Mesnil-sur-Oger, die das Maximum an Terroir-Ausdruck bringen und Paul Girards Paradestücke sind.

Paul Girard-Bonnet ist ein Winzer, den man sich merken muss. Er steht gerade erst am Anfang einer grandiosen Entwicklung. Er ist neben Suenen und Dhondt-Grellet in Cramant einer der spannendsten Jungwinzer, wenn es um vibrierende Energie und Kreide-Präzision geht – nur dass es bei Girard-Bonnet eben Le Mesnil-sur-Oger in Reinform ist.