Moric: Blaufränkisch Ried Maissner 2023

Moric: Blaufränkisch Ried Maissner 2023

Limitiert

Zum Winzer

Blaufränkisch 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2048
pikant & würzig
seidig & aromatisch
strukturiert
Lobenberg: 98–100/100
Suckling: 99/100
A La Carte: 100/100
Falstaff: 99/100
Österreich, Burgenland
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Blaufränkisch Ried Maissner 2023

98–100
/100

Die Ried Maissner war bei Moric schon immer die dunkelste und kompromissloseste Interpretation von Lutzmannsburg. Während andere Rieden mehr über Eleganz oder florale Finesse kommen, wirkt Maissner oft wie der rohe Kern der Herkunft – eisenhaltig, würzig, fast animalisch. Und genau deshalb ist 2023 hier so spektakulär. Denn dieser Jahrgang bringt zusätzlich eine Präzision und Feinheit hinein, die den Wein auf ein völlig neues Niveau hebt. Wahrscheinlich tatsächlich der größte Maissner bislang. Die Reben stammen teilweise noch aus 1908, die jüngeren Anlagen aus den 1930ern. Südexponiert, tief verwurzelt in eisenhaltigem Ton mit kalkigem Untergrund. Vergoren wird spontan im offenen Holzbottich mit kleinem Rappenanteil, anschließend rund zwei Jahre Ausbau in gebrauchten 500-Liter-Fässern. Schon die Nase zieht einen komplett hinein. Nicht primär über Frucht, sondern über diese unfassbar faszinierende, blutig-mineralische Tiefe. Eisen, kalter Rauch, Graphit, fast etwas wie rohe Fleischjus oder frisch aufgeschnittenes Dry-Aged Beef. Gleichzeitig aber nie rustikal oder schwer, sondern unglaublich fein und präzise. Dahinter baut sich die Frucht langsam auf: dunkle Sauerkirsche, Holunder, schwarze Johannisbeere und zerdrückte Heidelbeeren. Mit Luft kommen immer mehr Facetten dazu – schwarzer Pfeffer, Wacholder, Teer, Süßholz, dunkle Kräuter und ein Hauch Blutorange. Und genau hier wird der Wein so einzigartig. Diese wilde, fleischige Tiefe erinnert tatsächlich an große traditionelle Barolo aus Serralunga oder Monforte – gleichzeitig besitzt der Wein aber eine unglaubliche Feinheit und Transparenz. Fast burgundisch in seiner inneren Spannung und Präzision. Am Gaumen dann monumental, aber nicht monumental im Sinne von Masse. Sondern in seiner Struktur und Detailtiefe. Ultrafeines, kreidiges Tannin zieht sich engmaschig über die Zunge. Die Säure wirkt kühl und vibrierend, hält alles permanent in Bewegung. Trotz der Konzentration bleibt der Wein beinahe schwerelos. Die Frucht bleibt dunkel und herb, nie süß. Immer wieder kommen salzige Mineralität, Blutorange, schwarze Olive und Kräuterwürze hoch. Dazu diese fast eisenartige Frische, die den Wein komplett definiert. Alles wirkt unglaublich fokussiert und langgezogen. Im Nachhall dann pure Spannung. Salz, Stein, Rauch, dunkle Frucht und florale Kühle bleiben minutenlang stehen. Eine Mischung aus der Tiefe großer Nebbiolo und der Präzision feinster Burgunder – nur eben vollkommen Lutzmannsburg. Groß!

99
/100

Suckling über: Blaufränkisch Ried Maissner

Is this the Richebourg of Austria, or is the Grand Cru Richebourg in Burgundy the Maissner of France? Unbelievable succulence and delicacy with an awesomely deep structure that's every bit as refined. With aeration, a wealth of baking-spice, elderberry and candied-orange-slice aromas well up. Then comes a giant floral wave, and you have to give in. Drinkable now but best from 2027.

Verkostungsnotiz
100
/100

A La Carte über: Blaufränkisch Ried Maissner

jugendlich, kräftige Farbe, intensive Nase, Mix aus dunkel- und rotbeerigen Noten, Blutorange, Brombeere, Bitterschokolade, körperreich, engmaschiges, feinkörniges Tanninfinish, sehr lang anhaltend, Ribisel und Kumquat im Nachhall, Riesenpotenzial, großartiger Wein,

99
/100

Falstaff über: Blaufränkisch Ried Maissner

Tiefdunkles Rubingranat, gute Tiefe, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Attraktive dunkle Waldbeerenfrucht, ein Hauch von schwarzen Kirschen, zart nach kandierten Veilchen, noch etwas verhalten, vielversprechendes Bukett. Straff, engmaschig, fast karg in der Frucht, feine rotbeerige Nuancen, reife Tannine, mineralisch-salzig im Abgang, sehr gute Länge, feine Würze im Nachhall, enormes Entwicklungspotenzial.

Mein Winzer

Moric

Je mehr sich Moric Weine von der internationalen Massenkompatibilität entfernen, desto mehr sind sie geprägt von regionalen Eigenschaften des Burgenlands.

Blaufränkisch Ried Maissner 2023