Le Retout Blanc 2025
- Gros Manseng 63%, Sauvignon Gris 24%, Savagnin 13%
- weiß, trocken
- 14,0% Vol.
- Trinkreife: 2029–2043
- Verpackt in: 12er OHK
- voll & rund
- mineralisch
- exotisch & aromatisch
- Lobenberg: 96–97/100
- Yves Beck: 93–95/100
- Weinwisser: 93–95/100
- Alexandre Ma: 93–94/100
- Gerstl: 19/20
- Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
- Allergene: Sulfite,
Abfüller / Importeur:
Du Retout, Cussac Le Vieux, 33460 Cussac Fort Medoc, FRANKREICHZutaten:
Trauben Konservierungsstoffe / Antioxidantien: Sulfite (E220–E224)100ml enthalten durchschnittlich Brennwert 81 kcal / 339 kJ Kohlenhydrate 1,2 g Zucker 0,2 g Enthält geringfügige Mengen von Fett, Fettsäuren, Eiweiß, Salz
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Heiner Lobenberg über:
Le Retout Blanc 2025
/100
Extrem rar: nur rund 6.000 Flaschen, etwa die Hälfte eines normalen Jahrgangs. Ertrag bei rund 31 hl/ha, sehr kleine, hochkonzentrierte und aromatische Beeren. Handlese mit mehrfacher Selektion, Direktpressung ohne Entrappen. Vergärung teils in Barriques, teils in kleinen Tanks, anschließend rund 9 Monate Ausbau auf der Hefe: etwa 82% im Holz, 18% in Amphoren, mit regelmäßiger Bâtonnage für zusätzliche Textur und Tiefe. 14% Vol. Alkohol bei niedrigem pH von ca. 3,07 – also richtig Spannung dahinter. Diese für Bordeaux völlig ungewöhnliche, aber dafür so geniale Cuvée wird jetzt noch klarer: etwas mehr Gros Manseng als üblich, die Mondeuse Blanche ist raus, dafür mehr Savagnin – künftig also noch fokussierter und präziser. Holz bringt Struktur und Griff, die Amphore hält Frische und Klarheit. In der Nase zunächst gar nicht so leicht zu verorten – blind eher Jura oder Savoyen. Kühl, steinig, fast kalkig-mineralisch, mit zurückhaltender Frucht. Dann Quitte, gelbe Birne, etwas Kamille und Flieder. Nasser Stein, ein Hauch Wachs, dazu Kräuter wie Waldmeister und Melisse. Sehr fein, sehr eigenständig, mehr über Mineralität als über Frucht definiert. Am Gaumen dann die Überraschung: deutlich mehr Zug und Frische, als die Nase vermuten lässt. Richtig zupackend, mit enormer Energie. Dörraprikose, gelber, leicht säuerlicher Apfel, wieder Quitte, dazu diese leicht herbe Kumquat. Dahinter eine intensive Salzigkeit, die sich durchzieht und dem Wein Länge und Spannung gibt. Das hat Druck, Dynamik und Charakter – ein genialer Wein. Im Nachhall ewig präsent: salzig, kräutrig, frisch, mit dieser steinigen Mineralität, die lange stehen bleibt. Ein extrem eigenständiger, charaktervoller Blanc mit enormer Spannung und Tiefe. Nichts auf Anhieb Gefälliges, sondern fordernd und hochspannend – und genau deshalb so gut. Richtig spannender Stoff!
Jahrgangsbericht
Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.
/100
Yves Beck über: Le Retout Blanc
Im Bouquet von Retout 2025 finden sich Noten von weißfleischigen Früchten, Mirabellen und Aprikosen. Im Auftakt salzig, lebhaft und leicht cremig, besticht der Wein durch seine Harmonie. Er hat Körper, Temperament und wird von feinen Bitternoten unterstützt, die seine Gaumenaromatik betonen und sein Finale strecken. Ein subtiler, saftiger, eleganter und langanhaltender Wein. Wunderschön!
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Weinwisser über: Le Retout Blanc
Delikates, vielschichtiges Bouquet, duftiger Jonagold-Apfel, Kamillenblüten, Mandarinenzeste. Am saftigen Gaumen mit tänzerischer, feinnerviger Rasse, mittlerer Gaumen. Im gebündelten Finale mit Nektarine, edlem Kreideton und frischgemahlenem weißen Pfeffer. Top-Wert von Hélène und Frédéric – bravo!
/100
Alexandre Ma über: Le Retout Blanc
It is hard to tell where such high acidity in Le Retout Blanc comes from, as it feels like a telescopic antenna piercing through layers of sweet, soft candy. In 2025, the aromatics arrive in full bloom, with banana, pear, bergamot, sugarcane water, and lemon peel rushing forward in unison, yet never clashing. A gentle hint of sweetness appears from the very beginning, but the wine remains perfectly lean, carried by a supple, almost bouncy texture. Such an expression affirms the singular place of Le Retout Blanc among Médoc whites, a wine that truly deserves to be experienced firsthand.
/20
Gerstl über: Le Retout Blanc
Nur gerade die Hälfte einer normalen Ernte wurde von diesem herrlichen weissen du Retout produziert. Der Duftet wie immer reichhaltig und expressiv aus dem Glas ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Es ist ein herrliches Bouquet mit vielen floralen Aromen und einem delikaten Mix aus zitrischen, gelben und weissen Früchten. Tiefgründige Würze und mineralische Anklänge. Ein Auftakt voller Energie und Lebendigkeit - getragen von einer Säure, die kraftvoll, reif und zugleich harmonisch ist. Der Wein zeigt sofort viel Druck und ein Aromenspektakel das seinesgleichen sucht. Sehr gut ausbalanciert und mit beeindruckender Länge. Immer wieder kommen würzige und fruchtige Rückaromen zur Geltung. (pb)
Du Retout
Chateau du Retout ist in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch den Zusammenschluss von zwei Weingütern im Haut Medoc entstanden. Die ursprünglichen Weingüter Chateau Retout Pineguy Mercadier und Chateau Salva de Camino waren in Folge der Reblausplage verlassen worden und die Weinberge...