Extrem rar: nur rund 6.000 Flaschen, etwa die Hälfte eines normalen Jahrgangs. Ertrag bei rund 31 hl/ha, sehr kleine, hochkonzentrierte und aromatische Beeren. Handlese mit mehrfacher Selektion, Direktpressung ohne Entrappen. Vergärung teils in Barriques, teils in kleinen Tanks, anschließend rund 9 Monate Ausbau auf der Hefe: etwa 82% im Holz, 18% in Amphoren, mit regelmäßiger Bâtonnage für zusätzliche Textur und Tiefe. 14% Vol. Alkohol bei niedrigem pH von ca. 3,07 – also richtig Spannung dahinter. Diese für Bordeaux völlig ungewöhnliche, aber dafür so geniale Cuvée wird jetzt noch klarer: etwas mehr Gros Manseng als üblich, die Mondeuse Blanche ist raus, dafür mehr Savagnin – künftig also noch fokussierter und präziser. Holz bringt Struktur und Griff, die Amphore hält Frische und Klarheit. In der Nase zunächst gar nicht so leicht zu verorten – blind eher Jura oder Savoyen. Kühl, steinig, fast kalkig-mineralisch, mit zurückhaltender Frucht. Dann Quitte, gelbe Birne, etwas Kamille und Flieder. Nasser Stein, ein Hauch Wachs, dazu Kräuter wie Waldmeister und Melisse. Sehr fein, sehr eigenständig, mehr über Mineralität als über Frucht definiert. Am Gaumen dann die Überraschung: deutlich mehr Zug und Frische, als die Nase vermuten lässt. Richtig zupackend, mit enormer Energie. Dörraprikose, gelber, leicht säuerlicher Apfel, wieder Quitte, dazu diese leicht herbe Kumquat. Dahinter eine intensive Salzigkeit, die sich durchzieht und dem Wein Länge und Spannung gibt. Das hat Druck, Dynamik und Charakter – ein genialer Wein. Im Nachhall ewig präsent: salzig, kräutrig, frisch, mit dieser steinigen Mineralität, die lange stehen bleibt. Ein extrem eigenständiger, charaktervoller Blanc mit enormer Spannung und Tiefe. Nichts auf Anhieb Gefälliges, sondern fordernd und hochspannend – und genau deshalb so gut. Richtig spannender Stoff!