Der Wein wächst auf sandig-kiesigen Böden mit einer Pflanzdichte von rund 6.000 Reben/ha, durchschnittlich 30 Jahre alt. Handlese in kleinen Kisten, klassisch parzellenweise ausgebaut. Gärung im temperaturkontrollierten Edelstahltank, anschließend drei Monate Ausbau auf der Feinhefe in französischen Barriques, überwiegend zweit- und drittbelegt, mit gelegentlicher Bâtonnage für etwas mehr Struktur und Grip. Der Weißwein von Léognan ist immer ein genialer Wert. Offiziell kein Pessac-Léognan, da die Weinberge minimal außerhalb liegen, stilistisch aber klar in dieser Welt zu Hause. Anders als viele Nachbarn liegt der Fokus hier aber stärker auf Sémillon – und genau das prägt den Stil: mehr Schmelz, mehr Fülle, etwas mehr »Fett« im besten Sinne. Ergänzt wird das durch die Frische und die zitrische, fast dramatische Spannung des Sauvignon Blanc, was dem Wein eine tolle Balance gibt. In der Nase zeigt sich das Holz praktisch gar nicht. Stattdessen klare, saubere Frucht: helle Netzmelone, ein Hauch gelbe Kiwi, weißer Pfirsich. Dazu feine weiße Blüten, sehr elegant und präzise. Am Gaumen dann auch wunderbar in Balance. Der Sémillon bringt diese leicht cremige, runde Textur, fast schmelzig, während der Sauvignon sofort Frische und Zug reinbringt. Wieder helle Melone, dazu reife Pink Grapefruit mit schöner Pikanz. Gute Spannung, saftig, mit feinem Druck. Im Nachhall mit feinem Salz, etwas Birne, schöner Länge. Der cremige Kern bleibt, aber die Frische zieht alles nach hinten raus nochmal gerade. Ein wirklich sehr schicker, eigenständiger Bordeaux Blanc in diesem Preisbereich – mehr auf Schmelz gebaut, aber mit genau der richtigen Portion Frische und Energie um niemals plump zu werden. 2025 auch wieder sehr genial gelungen!