La Poza de Ballesteros Tempranillo 2021

Bodegas Artadi de Laguardia

La Poza de Ballesteros Tempranillo 2021

BIO

voluminös & kräftig
strukturiert
seidig & aromatisch
97–100
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2062
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97–100/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
La Poza de Ballesteros Tempranillo 2021

97–100
/100

Lobenberg: Opulente, überquellende Nase mit viel schwarzer Frucht. Es ist der erste Wein in 2021 mit satter Kirsche. Darunter Cassis und süße Brombeere, dazu Holundern und auch viel Anis und Minze. Trotzdem ist der Wein nicht fett in der Nase, er bleibt fein, aber er ist reich, dicht und vor allen Dingen hocharomatisch. Garrigue-Würze darunter und provenzalische Kräuter, dazu wieder diese Lakritze, aber auch Zigarrenkiste und Sandelholz. Ein reicher und zugleich schlanker Wein mit einer kühlen Fruchtaromatik. Der saftige Mund bleibt erstaunlich schlank. Satte Schwarzkirsche, hohe Säure, rote Johannisbeere und Säure aus schwarzer Cassis. Auch hier wieder Anis und Minze, aber auch schwarzer Pfeffer. Reich und trotzdem kühl in seinem saftigen Trinkfluss. Sicherlich der erwartbarste Wein dieser ganzen Reihe. Der La Poza de Ballesteros bleibt sich treu in seiner Opulenz. Er erfüllt die Erwartung an diese warme, reiche Lage. Trotzdem finde ich ihn weniger spannend als den San Lázaro oder La Hoya, geschweige denn den Carretil. Aber ein ganz großer Wein allemal. 97-100/100 *** La Poza de Ballesteros ist ein Weinberg mit 1,18 Hektar Reben in den Gemeinden Elvillar und Álava. Er liegt gegenüber der Lage Valdegines in einem Tal mir einem kleinen Bächlein in der Mitte. Die Reben stehen in Westexposition, sie wurden 1960 gepflanzt. Die Trauben werden bei Artadi grundsätzlich entrappt. Spontane Gärung, der Wein wird anschließend im Holz ausgebaut. Artadi möchte über alle Weine hinweg den Anteil an Neuholz Stück für Stück auf zehn Prozent reduzieren. Gleichzeitig steigt sukzessive der Anteil an größeren Fässern.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Artadi

Eines der qualitativ besten Weingüter Spaniens gehört der Familie Lopez de Lacalle aus Laguardia.