Eine hochkonzentrierte Lakritz-Nase, satte Veilchennote, aber aufgrund der Sandböden natürlich auch sehr fein. Im Mund rote und schwarze Frucht, fast ein wenig an den Côte-Rôtie Montmain erinnernd in seiner hedonistischen Ausprägung. Unglaublich lecker, charmant und einnehmend! Viel Lakritz-Schub von hinten, dazu schwarze, sauer-salzige Holländische Lakritze. Unglaublich viel Biss! Der Wein ist nicht fett, aber er hat unglaublich viel Kraft. Die hohe Eleganz der sandigen Böden balanciert das Ganze aber ziemlich perfekt. Ein unglaublich hedonistischer Hermitage. Schon die ungeschwefelte Fassprobe des biodynamisch erzeugten Weins macht große Freude! Den Wein sollten wir heute Abend trinken… Ein so schicker, rotfruchtiger Nachhall mit Salz, Lakritze, Minze und Eukalyptus unterlegt. Wahnsinnig langes Finale. In seiner Eindeutigkeit dem zuvor probierten Hermitage Les Miaux klar überlegen. Nicht der allergrößte Wein von Ferraton, aber hinter dem Meal schon ziemlich nah an der Perfektion. 97-98+/100 *** Les Dionnières liegt im östlichen Teil des Hermitage, in Süd- und Südostexposition. Sehr viel Sandanteil im Untergrund, deshalb feiner als Le Méal. Es gibt hier auch sehr viel Kalk, blauen Lehm und Kieselsteine. Le Méal ist aber im Vergleich viel massiver und mit einer deutlich schwärzeren Ausrichtung. Der feinere Dionnières wächst unterhalb von Le Méal, im unteren Teil des Berges, wo es langsam in sanftere Hänge übergeht. Zwischen Le Méal und Les Dionnières liegt jedoch fast ein Kilometer Luftlinie, sie grenzen also nicht direkt aneinander. 60 Prozent der Cuvée machen die alten Syrah-Klone mit den sehr konzentrierten, kleinen Beeren aus, sprich Petite Syrah, auch Serine genannt. Zwei Hektar befinden sich im Eigenbesitz von Ferraton. Die Reben wurden in den 80er-Jahren gepflanzt. 5.000 Stöcke pro Hektar. Es wird biodynamisch bearbeitet, im Keller komplett entrappt und dann im Beton spontan vergoren inclusive Malo. Der Ausbau erfolgt zum Teil in neuen und gebrauchten Barriques, zum Teil in Tonneaux und seit 2022 nur noch auf der Feinhefe um die aus der Fermentation und Malo entstehenden Grobheiten und kleinen Fehler zu minimieren. In 2022 liegt der Anteil Neuholz bei rund 20 Prozent. Gelesen wurde am 6. September, 30 Hektoliter Ertrag pro Hektar. Der kleine Ertrag liegt natürlich auch bei diesem Wein an der kleinbeerigen Serine. Dadurch, dass der Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach drei Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Das ist neu in 2022 und dadurch ist das Jahr feiner, mittiger und mineralischer als die Vorjahre. Die Weine kommen etwas weniger voluminös und fleischig rüber. Der Alkoholgehalt der Weine liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent.