Cornas hat es so wahnsinnig gut getroffen in 2023 – berauschend! Direkt nach dem Patou probiert, wird auch beim Eygats die Besonderheit im Cornas-Berg deutlich. Wir sind bei Les Eygats immer in einem eleganteren Ausdruck, der eher an Saint Joseph angelegt ist als Patou, der typischer süßes Cornas ist. Und die Besonderheit der veränderten Vinifikation bei Ferraton – mit minimalstem Schwefelzusatz und der reinen Feinhefe im 16-monatigen Fassausausbau. Ob der kühleren Lage ist der Wein nochmals feiner als Patou. Nicht zwingend besser dadurch, aber noch feiner, noch eleganter. Wenn Patou etwas mehr die Stilistik eines Bonnes-Mares aus Morey-Saint-Denis hat, tendiert Les Eygats mehr zur Nachbargemeinde Chambolle-Musigny. Schon die Nase ist sooo fein und schwebend, man schwankt zwischen der Finesse der Côte-Rotie und dem noch nördlicherem Burgund, aber Cornas?! Wahnsinnig elegant. Kellermeister Damien sagt, dass selbst während des Ausbaus Les Eygats immer unglaublich viel Zeit braucht, seine Persönlichkeit immer erst im zweiten Winter präsentiert. Himbeermark und Meersalz treffen sich in der Nase, dann auch Holunderbeeren und etwas Salbei, ätherisch, balsamisch, aber überhaupt nicht schwer konnotiert, sondern immer in der Luft bleibend, schwebend. Auch der Mund ist ein Ausbund der Finesse – tänzelnd! Hier kommt etwas dunkle Valrhona-Schokolade und frischer Espresso dazu, dann auch eine blumige Verspieltheit hintenraus, um dann wieder in rotem und schwarzem Pfeffer aufzugehen. Enorm komplex für so einen schlanken Steinwein. Nicht fett, sondern permanent unter Strom stehend. Gleichzeitig tänzelnd-fein in der Tanninstruktur und dadurch niemals anstrengend. Eine absolute Schönheit, ganz sublim und raffiniert. Beide Cornas – die ja letztlich vom gleichen Hügel stammen und sich nur in ihrer Höhenlage unterscheiden – sind mit das Feinste, was ich im Cornas probiert habe dieses Jahr, ob man eher das Profunde von Patou oder die Luftigkeit von Eygats schätzt, ist jedem selbst überlassen. Großer Stoff sind beide! *** Auf dem Cornas-Berg liegt der Lieu-Dit Les Eygats in über 350 Metern Höhe oberhalb des Patou. Sehr viel kühler ist es dort als im Lieu-dit Patou. Südexposition, uralte Reben Petite Syrah, hier früher Sérine genannt. Sie stehen fast nur auf Granit. 8.000 Pflanzen pro Hektar, 40 Jahre alt. Winzige Erträge, es gibt lediglich gut 1.000 Flaschen von diesem Elixier. Hier wird biodynamisch gearbeitet, es ist aber nicht zertifiziert, weil Ferraton den Weinberg nicht besitzt. Der halbe Hektar ist im Besitz des Vertragswinzers, mit dem Ferraton Hand in Hand arbeitet. Die Trauben werden zu 100 Prozent entrappt. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Der Ausbau dann zu 80 Prozent im Barrique und zu 20 Prozent im Tonneau, 2023 erneut mit einem Neuholz-Anteil von 20 Prozent. Dadurch, dass der Winemaker Damien den Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert – im Keller wird den Weinen erst nach vielen Monaten im Fass minimale Mengen zugegeben – werden die Weine deutlich präziser und eleganter. Auch zieht er die Weine nach der Malo ohne die Vollhefe aus dem Beton. Das ist neu seit 2022 und dadurch werden die Weine feiner, mittiger und mineralischer als die Vorjahre. Die Weine kommen etwas weniger voluminös und fleischig rüber. Der Alkoholgehalt der Weine liegt zwischen 13 und 13,5 Volumenprozent.