Reinsorte Grenache, organisch bearbeitete Böden. Knapp die Hälfte als Ganztraube ungequetscht vergoren, 50 Prozent entrappt. Die Ganztraubenvergärung erfolgt klassisch portugiesisch im Lagare. Die Weine wurden mit Füßen angequetscht, um möglich viel Schonung zu haben und keine spröden Tannine aus den Kernen zu bekommen. Die Fermentation findet wie üblich in Beton statt, der Ausbau in alten Fuderfässern. Der Wein wächst im Norden der Appellation zu einem gewissen Teil in der Nähe von Beaucastel im Lieu-dit La Janasse auf sandigen Böden und größtenteils auf dem sandigen Part der Top-Lage La Crau. Das macht diese enorme Feinheit und auch die Ähnlichkeit zu den Weinen von Michel Tardieu, Caillou Quartz und Rayas. Die Nase strahlt bereits Erhabenheit und Größe aus, dichte Schwarzkirsche, satter Garriguesabdruck, Kampfer, schwarzer und roter Tee, sehr viel Piment und auch etwas gelbe Frucht wie Mango und Mirabelle. Immer wieder blitzt auch diese hauchfeine Himbeere auf. Was für ein Jahr! Es erinnert mich an die großen Jahre der Vergangenheit wie 1978 oder 1990 in dieser trocken-heißen Pracht, die die Weine so elegant und langlebig macht, wenn sie nicht überreif gelesen wurden. Im Mund kommt auch etwas blaue Frucht hinzu und immer wieder viel Mango und Orangenblüte. Unglaublich fein, fast tänzerisch, schwebend. So klassisch Châteaneuf er in seinen tabakig-kräuterigen Würze ist, so unendlich fein und getragen und elegant ist er auf der anderen Seite. Ein Wein, der Gegensätze in sich vereint. Sehr komplex und annähernd perfekt balanciert. Ich finde das genial – und wenn man sich die 1990er und 1980er anschaut, da schmecken ähnliche Jahrgänge heute teils immer noch groß, obwohl sie oft weniger Reife hatten. Kein berauschender Wunderstoff, sondern einfach die pure Eleganz. Wenn man das schätzt, geht es kaum besser.