Was für ein Jahrgang, was für ein Wein! Der finale Blend der Cuvée Sophia besteht aus 70 Prozent Merlot und 30 Prozent Cabernet Franc. Entstanden in einem verblüffenden Jahrgang, weil er zwar große Hitze und Trockenheit im Sommer hatte, dann aber auch Regenfälle im August, die den Jahrgang gerettet haben. Ein Jahrgang, der in seiner Struktur, Ausprägung und Frische an die Nervosität von 2019 erinnert und gleichzeitig an die Aromatik und die Geschmeidigkeit von 2023. Die Tannine sind deutlich polierter und feiner als 2019, sie ähneln deutlich mehr 2023. Das Ganze bei geringem Alkoholgehalt. Die Cuvée Sophia hat 13,5 Volumenprozent Alkohol. Zuvor habe ich den extrem rotfruchtigen Sauerkirschsaft Teyssier probiert. Die Cuvée Sophia hat deutlich mehr schwarzfruchtige Elemente. Tiefe, reiche Zwetschge und Schwarzkirsche auf dunkler Sauerkirsche. Extrem fein schon in der Nase mit poliertem Tannin. Nichts ist aggressiv, trotzdem hat der Weine eine tänzelnde Nervosität, die verblüfft! Dicht, reich, samtig-weich – und trotzdem nervös. Was ein Flash dann im Mund! Auch hier wieder reiche, tiefe Zwetschge mit viel Schwarzkirsche und Schattenmorellen. Hohe Intensität, dicht und mit genialer Frische! Aber nochmal: verblüffend wie 2025 die Weine waren. Die Tannine sind komplett poliert, nichts ist rau, nichts ist aggressiv. Ein total polierter Wein mit hoher Intensität und einem salzig-mineralischen Finale, das für mindestens eine Minute steht. Steinig, salzig und mit sattem, superweichem Tannin. Dazu die aufregende dunkle Kirschfrucht mit Üppigkeit im langen Finale. Wenn man diesen Wein mit Domaine de Baudon von Clément Baudon vergleicht, kommen die beiden einander doch schon sehr nah. Diese beiden Weine sind die Speerspitze von Montagne Saint-Émilion, auch wenn der Sophia gleich jenseits der Grenze in Puisseguin liegt. Aber dieses Terroir seinem reinen Kalkstein, ist so ziemlich das Beste, das es hier am rechten Ufer gibt. Eine faszinierende Geburt eines grandiosen Weins! Teyssier hat sich mit ihm ganz sicher nach oben katapultiert! *** Insider nennen Teyssier auch den Pétrus von Montagne Saint-Émilion. Auch wenn das etwas übertrieben ist, kann dieser Wein schon unglaublich etwas darstellen und ist sicherlich einer DER Preis-Leistungshämmer in Saint-Émilion. Château Teyssier liegt auf der Grenze von Montagne Saint-Émilion und Puisseguin-Saint-Émilion. Die 30 Hektar liegen überwiegend in der Montagne. Die Einzellage Sophia hingegen, genauer gesagt der Lieu-Dit Cassat, liegt in Südexposition gegenüber von Teyssier, nur 300 Meter entfernt in der Appellation Puisseguin. Die Böden bei Teyssier sind reiner Kalkstein mit 20 Zentimeter Ton und Sandauflage. Cassat ist eine fast 10 Hektar große Lage in Form eines Amphitheaters auf Molasses de Fronsade Böden. Der gleiche Boden wie wir ihn bei Pavie, Pavie Decesse und Larcis Ducasse finden. Der Kalkstein zieht sich von Saint-Émilion quer rüber nach Montagne. Eine perfekte Mischung aus überwiegend Kalkstein mit Lehm. Ziemlich perfektes Terroir! Die Merlot-Reben im Lieu-Dit sind um die 45 Jahre alt. Nur 3 Hektar werden für die Cuvée Sophia genutzt. Dazu kommt ein Hektar reiner Cabernet Franc auf 100 Prozent Kalkstein. Die Familie Darquey hatte diese 10 Hektar Lage erst auf Empfehlung von Stéphane Derenoncourt vor 10 Jahren erworben. Ziemlich das beste Terroir von Montage und Puisseguin. Das Château selbst ist schon in der Hand der vierten Generation.