Mit dem Kapellenberg Rosé beweisen Christmann & Kauffmann eindrucksvoll, wie ernst Rosé-Sekt sein kann. Natürlich haben wir keinen fruchtbetonten Blender, sondern ein präziser, strukturierter Pinot Noir, der klar aus der Lage denkt – was anderes würde man aber auch nicht vermuten, wenn man weiß aus wessen Feder dieser Stoff stammt. Der Kapellenberg, östlich von Gimmeldingen gelegen, ist geprägt von Lösslehm auf Kalkstein und einer kühlen Ost-Südost-Ausrichtung – ideale Voraussetzungen für Eleganz, Frische bei gleichzeitig sehr feiner Aromatik.,Die Reben stammen aus den frühen 90ern. 48 Monate Hefelager, Brut Nature, keine Dosage – alles auf Finesse und Herkunft ausgerichtet. In der Nase zeigt sich sofort diese kühle, feine Rotfrucht. Himbeere, helle Kirsche, dazu roter Apfel und ein Hauch Blutorange. Dahinter eine elegante Kräuterwürze – blühender Thymian, ein Hauch von Orangenblüte, ganz subtil, dazu eine kalkige Frische und ein leicht steiniger Eindruck. Sehr klar, sehr präzise. Am Gaumen dann wirklich spannend! Extrem texturiert, mit einer feinen, aber deutlich spürbaren Tanninstruktur, die für Pinot im Sektbereich wirklich bemerkenswert ist. Gleichzeitig wirkt der Wein nie spröde oder phenolisch, sondern eher ganz leicht herb und so unglaublich elegant und balanciert dabei. Die Frucht bleibt saftig und rot, mit dieser leicht salzigen Himbeer-Note und einem Hauch Himbeerblatt. Der kühle Jahrgang bringt zusätzlich richtig Zug rein. Die Säure ist präsent, aber perfekt integriert und sorgt für Frische und Länge. Die Perlage bleibt fein und zurückhaltend, unterstützt die Struktur, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Dazu kommt diese durchgehende kalkige Mineralität, die dem Wein Tiefe und Präzision gibt. Alles wirkt fokussiert, nichts ist laut, nichts überzeichnet. Im Finale dann lang, salzig, würzig und mit feiner roter Frucht, die sich elegant in den Nachhall zieht. Ein Rosé Sekt, der mühelos ein ganzes Menü begleiten kann und selbst zu kräftigen Gerichten funktioniert.