Tour du Moulin: Chateau Tour du Moulin 2025

Chateau Tour du Moulin 2025

Zum Winzer

Merlot 60%, Cabernet Franc 20%, Cabernet Sauvignon 20%
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2050
voluminös & kräftig
tanninreich
Lobenberg: 96–98/100
Frankreich, Bordeaux, Fronsac
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Tour du Moulin 2025

96–98
/100

Insgesamt stehen auf dem Weingut 90 Prozent Merlot und zehn Prozent Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Aber in der 2025er-Cuvée, weil das Jahr so unglaublich schwierig war – bedingt auch durch den massiven Hagelschaden in 2024, hat Dupuch nur einen Field Blend gemacht. Wir haben letztlich gut 60 Prozent Merlot und 40 Prozent Cabernet in der Cuvée, gemeinsam fermentiert im Zementtank. Die Nase ist einfach nur eine kleine Sensation. Das soll Fronsac sein!? Man muss dazu sagen: Die Weinberge stehen komplett auf 30 Zentimeter Lehm-Sand-Gemisch, darunter befindet sich reiner Kalkstein mit etlichen Höhlen. Das ist schon ein extremes Terroir, wie auf dem Plateau von Saint-Émilion und es hat eigentlich nichts mit Fronsac oder Pomerol zu tun. In der Nase würzige Schlehe, Sauerkirsche und Holunder. Hohe Intensität mit weichen, samtigen Tanninen, die aber dicht und reif sind. Das setzt sich im Mund fort, wir haben hier aber auch eine extrem hohe Intensität an roter Frucht. Auch hier wieder diese wilde Schlehe, aber auch Waldhimbeere und Walderdbeere. Hochintensiv, lang und opulent in der Frucht! Dieser Wein hat eine Klasse, mit der er sich locker in der Reihe der Grand Cru Classés tummeln könnte. Ich bin sehr begeistert! Ein grandioser Wein! *** Dieser kleine Weinberg liegt auf bestem Terroir in Fronsac. Nur acht Hektar. 31 Plots mit uralten Reben. Teilweise bis 80 Jahre alte Cabernets. Monsieur Dupuch ist ein hochanerkannter Berater am gesamten rechten Ufer. Er berät viele hochklassige Weingüter, von den kleinen bis hin zu den Top-Namen. Den Weinberg von Tour du Moulin bewirtschaftet er direkt hinter jenen von Moulin Haut Laroque, die Gärten grenzen aneinander. Und so verwundert es nicht, dass beide Weingüter häufig eine ähnliche Stilistik haben. Moulin Haut Laroque ist am Ende vielleicht etwas profunder, aber Tour du Moulin ist in jedem Fall ein würdiger Verfolger, ein Hauch feiner und ein Hauch zarter. Dafür auch im Preis ein perfekter Einstiegswein. Der Ausbau geschieht im einjährigen Barrique, die von Ausone kommen, für die Dupuch als Berater arbeitet. Was generell für Fronsac gilt: Seit 2015 der Klimawandel immer deutlich spürbar wird, ist die Appellation immer mehr begünstigt. Die Terroirs waren in den früheren kühlen und schwierigen Jahren immer etwas im Nachteil. Jetzt sind sie im Vorteil und Fronsac hat meist auch die schickeren, rotfruchtigeren und feineren Weine zu bieten als das angrenzende Pomerol. Zumindest im Preis-Leistungs-Verhältnis sind die besten Weingüter aus Fronsac von Pomerol überhaupt nicht zu tangieren, wie es ja auch bei Castillon und Saint-Émilion der Fall ist. Seit Jahren werden auf Tour du Moulin unglaublich feine, filigrane, kirschfruchtige Weine erzeugt. Weine voller Finesse.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

Mein Winzer

Tour du Moulin

Ein Weingut von Herrn Dupuch, er wohnt hier mit seiner Familie und ist gleichzeitig önologischer Berater und beratender Kellermeister für berühmte andere Weingüter von Ausone bis Petrus, Eglise Clinet und Clinet. Acht Hektar, direkter Nachbar von Moulin Haut Laroque. Die Mehrheit der Reben ist...

Chateau Tour du Moulin 2025