Insgesamt stehen auf dem Weingut 90 Prozent Merlot und zehn Prozent Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Aber in der 2025er-Cuvée, weil das Jahr so unglaublich schwierig war – bedingt auch durch den massiven Hagelschaden in 2024, hat Dupuch nur einen Field Blend gemacht. Wir haben letztlich gut 60 Prozent Merlot und 40 Prozent Cabernet in der Cuvée, gemeinsam fermentiert im Zementtank. Die Nase ist einfach nur eine kleine Sensation. Das soll Fronsac sein!? Man muss dazu sagen: Die Weinberge stehen komplett auf 30 Zentimeter Lehm-Sand-Gemisch, darunter befindet sich reiner Kalkstein mit etlichen Höhlen. Das ist schon ein extremes Terroir, wie auf dem Plateau von Saint-Émilion und es hat eigentlich nichts mit Fronsac oder Pomerol zu tun. In der Nase würzige Schlehe, Sauerkirsche und Holunder. Hohe Intensität mit weichen, samtigen Tanninen, die aber dicht und reif sind. Das setzt sich im Mund fort, wir haben hier aber auch eine extrem hohe Intensität an roter Frucht. Auch hier wieder diese wilde Schlehe, aber auch Waldhimbeere und Walderdbeere. Hochintensiv, lang und opulent in der Frucht! Dieser Wein hat eine Klasse, mit der er sich locker in der Reihe der Grand Cru Classés tummeln könnte. Ich bin sehr begeistert! Ein grandioser Wein! *** Dieser kleine Weinberg liegt auf bestem Terroir in Fronsac. Nur acht Hektar. 31 Plots mit uralten Reben. Teilweise bis 80 Jahre alte Cabernets. Monsieur Dupuch ist ein hochanerkannter Berater am gesamten rechten Ufer. Er berät viele hochklassige Weingüter, von den kleinen bis hin zu den Top-Namen. Den Weinberg von Tour du Moulin bewirtschaftet er direkt hinter jenen von Moulin Haut Laroque, die Gärten grenzen aneinander. Und so verwundert es nicht, dass beide Weingüter häufig eine ähnliche Stilistik haben. Moulin Haut Laroque ist am Ende vielleicht etwas profunder, aber Tour du Moulin ist in jedem Fall ein würdiger Verfolger, ein Hauch feiner und ein Hauch zarter. Dafür auch im Preis ein perfekter Einstiegswein. Der Ausbau geschieht im einjährigen Barrique, die von Ausone kommen, für die Dupuch als Berater arbeitet. Was generell für Fronsac gilt: Seit 2015 der Klimawandel immer deutlich spürbar wird, ist die Appellation immer mehr begünstigt. Die Terroirs waren in den früheren kühlen und schwierigen Jahren immer etwas im Nachteil. Jetzt sind sie im Vorteil und Fronsac hat meist auch die schickeren, rotfruchtigeren und feineren Weine zu bieten als das angrenzende Pomerol. Zumindest im Preis-Leistungs-Verhältnis sind die besten Weingüter aus Fronsac von Pomerol überhaupt nicht zu tangieren, wie es ja auch bei Castillon und Saint-Émilion der Fall ist. Seit Jahren werden auf Tour du Moulin unglaublich feine, filigrane, kirschfruchtige Weine erzeugt. Weine voller Finesse.