78 Prozent Merlot, 20 Prozent Cabernet Franc und zwei Prozent Cabernet Sauvignon. Der Alkoholgehalt liegt bei 14 Volumenprozent. Gelesen wurden 30 Hektoliter pro Hektar. Die Nase ist sehr erstaunlich: Satt Holunder neben Lakritze und Schattenmorellen. Viel schwarze Kirsche darunter. Insgesamt dunkel, aber auch sehr eigenwillig mit diesem fast an Rappen erinnernden Holunder-Touch. Aber spannend! Auch Schlehe dazu, sehr würzig und intensiv. Reif, aber doch gleichzeitig sehr lebendig und jugendlich. Ich glaube, der der Mund polarisiert ähnlich wie die Nase. Wenn man Fan davon ist, zu denen ich mich klar zähle, ist das begeisternd! Ich kann aber diejenigen verstehen, die Pavie Macquin 2025 ablehnen. Satte rote Frucht im Mund, auch hier wieder Holunder und Schlehe, mit toller Würze. Dazu Schattenmorellen und rote saure Himbeere. Hohe Intensität und gleichzeitig Massen von Tannin, die aber total geschliffen, poliert und sanft sind. Im Gegensatz zu den Jahren davor ist Pavie Macquin 2025 deutlich mehr auf der frischeren, spielerischen Seite angelangt. Es ist mehr eine Turboversion eines säurebeladenen Chambolle-Musigny. Meo-Camuzet mit der roten Johannisbeere. Was ich persönlich extrem schön finde! Bezaubernd! Der Nachhall ist lang, salzig und total rotfruchtig. Wie kann das sein in Saint-Émilion auf Kalkstein? Wow! Er hallt extrem lange nach, das ist totales Burgund… Extreme rote Frucht, sehr frisch, dazu spielerisches und seidiges Tannin, aber Massen davon. Und diese leichte Sprödigkeit eines vielleicht sehr früh gelesenen Weins. Man liebt es oder man hasst es. Ich bin auf der Seite der Liebenden. Pavie Macquin 2025, in dieser eigenwilligen, vielleicht sogar etwas sperrigen, aber sehr rotfruchtigen und burgundischen Art, zieht viel Aufmerksamkeit auf sich. Durchaus Ähnlichkeit mit Beausejour Becot. Für mich hat das Chateau mit seinem persönliochen Berater und Winemaker Stephane Derenoncourt hier den bersten Wein seiner Geschichte ins Fass gebracht. Direkter Wettbewerb in Preis und Leistung mit den 2 anderen highflyern Larcis Ducasse und Beausejour Becot. Ich erkläre mich hiermit ausdrücklich zum Fan! *** Dieses biodynamisch betriebene Weingut wird im Daily-doing von Stéphane Derenoncourt persönlich betreut, ganz privat außerhalb seiner beruflichen Beratertätigkeit. Trotz seines angedeuteten Renten-Eintritts behält er Pavie Macquin auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten als persönliches Projekt, denn hier hat er einst angefangen. Das ist und bleibt sein Baby. Pavie Macquin liegt weiter oben auf dem Hochplateau, zulaufend auf Troplong Mondot und unten in Richtung Côte Pavie. Aber meist mehr auf Finesse und roter Frucht laufend als Troplong. Kalkstein mit Lehm-Sand-Auflage. Ein biodynamisches Weingut.