Handlese in kleine Kisten, sehr selektive Auslese der hochreifen, handselektierten Beeren. Spontanvergoren auf der Maische mit Unterstoßen, dann Ausbau komplett in neuen Barriques für zwei Jahre. Ich nehme es vorweg: Ein Opus Magnum. Seit 2022 wird der Wein als Vin de France gelabelt, weil er keine Appellation mehr hat. Der Wein ist zu eigenwillig und charakterstark für die Behörden, die dann doch etwas braveren Stoff gewohnt sind. La Negly kann's egal sein, der Wein ist ohnehin Kult, ob Coteaux du Languedoc oder Vin de France ist dann auch egal. Dieser Negly scheint leuchtend Schwarz, extrem undurchsichtig im Glas. Was für ein Gigant im Glas. Dicht eingekochte Pflaume, ungeheuerliche Fruchtdichte, süß, traumhafte schwarze Brom- und Himbeeren, hochkonzentriert, mediterran würzig-kräuterig-steinig-warm, wahnsinnig mineralisch-salzig. Der Wein tanzt wie ein Elefant auf der Slackline. So wuchtig und reich, aber gleichzeitig unglaublich frisch und mineralisch, sonnenwarmer Sandstein, grüner Speck, Tonkabohne und Salzkaramelle, aber auch Iris und blühender Thymian. Was soll da jetzt kommen? Vor allem Kraft und Schwärze. Wahnsinnig viel Power im Mund, drückend, opulent, Power ohne Ende, aber durch seine starke Mineralprägung nie überwältigend. Dunkle Waldbeeren, dunkle Schokolade, grüner Speck und Thymian, sehr viel Veilchen, dann sonnenwarmer Sandstein. Der Mund ist ultradicht, die Frucht ist immer präsent, cremt sich praktisch an den Gaumen. Die Tannine von 2023 sind üppigst, aber von einer Qualität wie flüssiger Samt – weich, reif und immer mineralisch-steinig unterlegt. Hier vibriert alles. Diese Kombination aus roher Urgewalt und einer eleganten Struktur macht diesen Wein 2023 zu einem ganz Großen. Es ist neben dem noch drückenderen Clos des Truffières der etwas elegantere Wein.