Julia: Chateau Julia Pauillac 2025

Chateau Julia Pauillac 2025

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 65%, Cabernet Sauvignon 35%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2032–2060
Verpackt in: 12er OHK
strukturiert
tanninreich
pikant & würzig
Lobenberg: 97–99/100
Gerstl: 19+/20
Frankreich, Bordeaux, Pauillac
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Julia Pauillac 2025

97–99
/100

Das Château Julia macht bekanntermaßen einen Haut-Médoc und einen Pauillac. Beide Weinberge gehen ineinander über. 2025 ist der Unterschied dieser nur 2.700 Flaschen Pauillac dann doch erstaunlich hoch. So hoch, dass man sie dann doch dramatisch differenzieren muss – sowohl in der Bewertung als auch im Preis. Denn dieser Pauillac ist eine unglaubliche Schönheit! 2025 zeigt hier mit aller Klarheit, wie groß die Unterschiede des Terroirs selbst auf engstem Raum sein können. Der Wein besteht 2025 aus 65 Prozent Merlot und 35 Prozent Cabernet Sauvignon. 35 Hektoliter pro Hektar Ertrag, 13 Volumenprozent Alkoholgehalt. Spontan im Edelstahl vergoren, anschließend in 70 Prozent neuen Barriques und 30 Prozent gebrauchten ausgebaut. Sehr dunkel, fast schwarz steht Julia 2025 im Glas. Reichlich satte schwarze Kirsche, unendlich fein… Viel Veilchen darunter, auch etwas Exotik mit Maracuja, gelbem Pfirsich und Blaubeerschalen. Dann kommt rote Kirsche dazu mit feiner Süße. Der Holzeinsatz ist wirklich perfekt. Wow, wenn alle Pauillacs in diesem Jahrgang so ausfallen! Ich kann gar nicht aufhören mit diesem Glas. Die Nase ist einfach eine solche Schönheit! Eine Schönheit, die sich klar erhebt über den Zweitwein von Pichon Lalande und über viele andere klassifizierte Châteaux in Pauillac. Genau so kann ein Wein für mich sein, wenn er vom linken Ufer kommt. Wenn er dann noch aus Pauillac kommt, mit diesem kompletten Schliff der Tannine, ist es das Größte! Im Mund: Rasse und Schönheit halten sich die Waage. Ein totaler Schliff in den Tanninen, sie sind samtig, seidig und butterweich… Aber nie massiv, sondern immer wie ein feiner Schleier durch den Mund ziehend. Eine superfeine Finesse-Ausgabe eines Lynch Bages! Das ist diese perfekte Balance aus Kraft und Finesse, die große 2025er so unwiderstehlich macht. Das ist kein auf Größe und Imposanz getrimmter Wein, sondern der wahre Ausdruck eines fantastischen Jahrgangs! Unendlich schön, unendlich fein… Mit wunderbarer Länge und leichter Salzspur. Im Grunde ein Pauillac, der wie ein superfeiner Pomerol daherkommt. Auch Saint-Émilion könnte ich blind vermuten. Und trotzdem kommt immer wieder Pauillac durch mit dieser Würze und luftigen Erhabenheit. Wenn der Nachbar Lynch Bages es dieses Jahr auch so gut getroffen hat, werden womöglich die 100 fällig. Ein echtes Highlight in diesem Jahrgang! So fein, so klar und gleichzeitig so tief – das ist Pauillac in seiner elegantesten Form. Besser und dabei noch viel feiner noch als der nicht unähnliche, große und charmante Chateau Batailley, merh als gleicher Level der Qualität! Großartiger Pauillac, großartiger Julia! *** Dieses winzige Château von unter einem Hektar gehört Sophie Martin und Romain Carreau, die beide auch die Winemaker und Önologen sind. Insgesamt 0,62 Hektar Reben liegen direkt neben dem Château Lynch Bages im Ort Bages auf Kies, also in bester Lage von Pauillac. Über 60 Jahre alte Reben. Es ist mir ein großes Rätsel, wie Sophie und Romain so lange den Avancen der verschiedenen umliegenden Top-Château widerstehen konnten und dieses Kleinod nicht verkauft haben. Die jüngsten mediterranen Jahre, 2018 und 2016, haben mich dazu bewogen, mit Château Julia zu arbeiten. Es liegt auf einem Kiesplateau, ist aber doch eher kühl im Terroir und so grundsätzlich von wärmeren klimatischen Bedingungen begünstigt. Deshalb sind die Jahre seit 2015 ein qualitativer Durchbruch. Julia wurde erst 2007 aus der Kooperative herausgenommen. Sophie hat dieses Château aufgeteilt – eine Hälfte ist bei einem Bruder geblieben, der weiterhin an die Kooperative abliefert. Sie selbst besitzt fünf Hektar – vier Hektar Haut-Médoc und eben diese 0,62 Hektar Pauillac.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

19+
/20

Gerstl über: Chateau Julia Pauillac

Herrliche Sauerkirsche und Johannisbeere mit etwas Zwetschge und schwarzen Kirschen. Die delikate Fruchtaromatik wird von einem herrlich Pauillac Parfum begleitet - Graphitnoten und eine Hauch von Trüffel. Das Holz wirkt sehr zart und nobel und ist eher dezent im Hintergrund. So nobel und delikat harmonisch am Gaumen. Gleich im Auftakt zeigt er seine geniale Aromenfülle und die gute Balance mit saftiger Säure und cremigen Tanninen. Das erinnert schon sehr stark an einen großen Pauillac, zeigt sich aber eher etwas cremig. Sehr gute länge und mit einem würzigen zart pfeffrigen Finale. (pb)

Mein Winzer

Julia

Das Chateau Julia befindet sich im Herzen des Medoc in Semignan, ganz in der Nähe von St. Laurent-Médoc. Die Reben aber wachsen auf dem allerbesten Terroir in Pauillac zwischen Château Latour und Château Lynch-Bages.

Chateau Julia Pauillac 2025