Haut-Musset 2025 besteht aus 65 Prozent Merlot und 35 Prozent Cabernet Franc. 14 Volumenprozent Alkohol, pH-Wert 3,5. Der Ertrag lag bei 35 Hektolitern pro Hektar. Fünf Prozent Rappen gingen in die Fermentation. Die Nase ist berauschend schick – man mag reinspringen! Es ist trinkbar, es ist JETZT fertig! Eine charmante Perfektion… Viel Walderdbeere und Waldhimbeere, trotz des hohen Merlot-Anteils satte rote Frucht. Süße rote Kirsche dazu, erst langsam kommt schwarze Kirsche. Die Tannine sind seidig… Wir haben auch ganz helle Lakritze, einen Hauch Minze und ein bisschen gelbe Frucht. Sehr schick, fein verwoben und seidig… Der Mund hat dann deutlich mehr Grip als ich es von der Nase erwartet hätte. Eine wunderschöne Pikanz mit toller Frische und Säure, zusammen mit viel satter Schwarzkirsche, wieder die Lakritze. Dann auch Nutella, auch ein bisschen Maracuja und Zitronengras. Leichte Chilischärfe. Sehr fein! Im Grunde ein Format weit oberhalb dessen, was ich für einen kleinen Lalande-de-Pomerol erwartet hätte. Die Komposition ist hervorragend! Sehr komplex in dieser wunderschönen Beerigkeit. Salzig und lang… Eine totale Harmonie bei viel Grip und Spannung. Es erstaunt mich sehr – das ist der beste Haut Musset, den er je gemacht hat. Wirklich superb! *** Dieses Miniweingut von Jérôme Aguirre in Lalande-de-Pomerol umfasst nur 4 Hektar. Haut-Musset ist mittlerweile in Konversion zur Biodynamie. Das Terroir in Lalande Pomerol ist Kies mit leichten Sand- und Lehmanteilen. Nicht der üppig schwere Lehmboden, wie man ihn sonst häufig in der Region antrifft. Das Weingut gehört der Familie seiner Frau. Jérôme Aguirre ist einer der Chefönologe der Mouton Rothschild Gruppe. Jérôme war früher der Winemaker für Le Gay und La Violette. Aber auf Haut Musset wohnt er, weil es das Weingut der Eltern seiner Frau ist. Die Trauben werden natürlich von Hand gelesen, die Auslese ist auch im Weinberg extrem. Es wird immer entrappt und im Zementtank spontan vergoren auf fast null Gramm Restzucker. Jerome füllt den Gärtank übermäßig voll und verschließt es. Das führt dazu, dass der ganze Tresterhut unter die Flüssigkeit gedrückt wird. Das hatten wir auch bei Carmes Haut-Brion, nur dass sich Jerome das Investment einer Stahlplatte nicht leisten kann. Aber es wird das gleiche Ziel erreicht. Für 14, 15 Tage bleiben die Rappen also unterhalb des Flüssigkeitslevels. Anschließend wird der Wein im Zement ausgebaut. Es wird kein Schwefel vor oder während der Gärung verwendet, auch nicht nach der Malo. Schwefel kommt erst im Hochsommer dazu, wenn die Temperatur stark ansteigt. Ausbau komplett im Zement, um den Holzeinfluss zu vermeiden. Die Merlot-Reben sind 30 Jahre alt, die Cabernet Franc 15 Jahre. Es gibt insgesamt 10.000 Flaschen.