70 Prozent Merlot und 30 Prozent Cabernet Franc. Der Alkoholgehalt liegt bei 14,5 Volumenprozent. Die Nase ist faszinierend. Wow, was für eine Schönheit! Schwarze Kirsche, rote Kirsche, alles spielt miteinander. Zwetschge, auch gelbe Frucht mit Mango, dazu Walnuss und Aprikosenkerne. Sehr schick und tänzelnd – was für ein Saint-Émilion in diesem Preisbereich! Im Mund nochmal mehr Frische aus Himbeere, Erdbeere, roter Kirsche und Sauerkirsche. Tolle salzige Kalksteinlänge dazu – genial im Finessespiel! Der 2022er ist definitiv mindestens auf dem gleichen Niveau von 2018, 2019 und 2020. Eine schwebende Schönheit mit so viel Dichte und gleichzeitig so viel Feinheit. Aber natürlich ist es Saint-Émilion und es ist 2022: Dieses satte Volumen und trotzdem das Delikate dazu. Das ist schon ziemlich opulent trotz all der Feinheit. Ein eindrucksvoller Saint-Émilion in diesem Preisbereich! 96+/100Inhaberin von Château Gaillard ist Cathérine Papon-Nouvel, der auch Clos St Julien, Petit Gravet Ainé und Château Peyrou gehören. Auch dieses Weingut arbeitet biodynamisch und ist zertifiziert. Lehmböden mit Kalkanteil, die Reben sind über 50 Jahre alt. Gaillard umfasst fünf Hektar. Das Weingut ist seit 1792 im Familienbesitz und liegt ganz am Rande der Appellation Saint-Émilion an den unteren Ausläufern der Hänge, der Côte Pavie. Cathérine Papon-Nouvel sortiert seit 2017 mit der von Château Ausone zuerst praktizierten Zuckerwasser-Sortierung. Nach kompletter Entrappung wird noch einmal nachsortiert, nur total cleane Beeren kommen in diese Lösung. Die Zuckerwasser-Konzentration entspricht dabei exakt dem des Safts vollreifer, gesunder Beeren. Das Ergebnis: In diesem Wasserbad sacken nur die reifen Beeren herunter, die man optisch von den etwas unreiferen nicht unterscheiden kann. Die unreifen Beeren bleiben auf der Oberfläche schwimmen und können abgeschöpft werden. Anschließend laufen die gesunden Beeren natürlich vor der Vergärung durch Klarwasser. Erst nach der Trocknung werden sie in die Vergärung gegeben. Die Weine werden natürlich – wie bei Biodynamikern üblich – spontan im Edelstahl vergoren. Der Ausbau geschieht im gebrauchten Barrique.,