Doyac: Chateau Doyac Cru Bourgeois Supérieur 2025

Chateau Doyac Cru Bourgeois Supérieur 2025

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 70%, Cabernet Franc 25%, Cabernet Sauvignon 5%
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2031–2051
Verpackt in: 12er OHK
strukturiert
pikant & würzig
saftig
Lobenberg: 97–98/100
Gerstl: 19/20
Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Doyac Cru Bourgeois Supérieur 2025

97–98
/100

2025 bei Doyac: Direkt nach Château Carmenère und Clos Manou probiert. Das Jahr der Finesse, der Leichtigkeit, der fruchtigen Luftigkeit und der seidigen Beschwingtheit! Auch hier bei Doyac. Es klingt ein bisschen platt: Der beste Doyac, den es je gab. Aber es ist einfach so! 2025 wirkt so mühelos, nichts ist erzwungen – genau das macht große Jahre aus. Der Wein besteht aus 70 Prozent Merlot, dazu kommen 25 Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Cabernet Sauvignon. 34 hl/ha Ertrag. Der Alkoholgehalt liegt bei 13 Volumenprozent. Schon die Nase ist ein Traum: Satte rote und schwarze Kirsche und Sauerkirsche, das Ganze leicht und reif, nicht zu süß, aber auch überhaupt nicht grün. Das ist einfach nur ätherisch-schwebend, als sei es ein tanninfreier Fruchtsaft… Langsam gesellt sich ein bisschen Schlehe dazu, auch Gestein, als käme der Wein vom Kalkstein, was er ja hier auch tut. Im Mund dann fast pure Sauerkirsche mit Salz und Erdbeere – aber nicht süße, sondern klassisch Walderdbeere, die ja auch diese enorme Frische wie eine rote Johannisbeere mitbringen kann. Gesteinsmehl und Salz darunter, dann kommt volle rote Johannisbeere mit dieser wunderbaren Säure. Das Ganze vermählt sich zu einem fast gerbstofflosen, enorm schicken Fruchtsaft mit ungeahnter Dichte. Schick, fein, leicht, luftig und beschwingt, trotzdem hat das so viel Substanz in der Mitte! Für fast zwei Minuten steht das am Gaumen… Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: 2025 ist im Norden des Médoc ein so wahnsinnig schönes Jahr, weil es einfach viele, aber so sanfte und zarte Tannine hat, so fein und trotzdem so substanzreich und frisch ist, bei niedrigem Alkohol. Einfach nur ein wunderschöner Wein mit viel Substanz, Länge und immenser Frucht. Aber auch mit Leichtigkeit, Finesse und extrem schicker Frische. Best ever! *** Château Doyac ist ein ganz kleines Weingut mit wirklich extrem arbeitenden Besitzern, im Grunde so eine Art zweites Clos Manou. Spezielles Terroir mit reinstem Kalkstein, deshalb auch die spezielle Ausrichtung mit so viel Merlot, was sehr untypisch für das Médoc ist. Inzwischen 100 Prozent Demeter zertifiziert. Doyac liegt direkt neben der Appellation Saint-Estèphe, etwas im Norden davon. Die Reben sind im Schnitt 30 Jahre alt. Der Weinberg ist dichtgepflanzt mit 7.000 – 8000 Pflanzen pro Hektar. Das heißt pro Stock deutlich weniger als ein Kilo aus kleinen stammnahen Träubchen. Der Untergrund besteht überwiegend aus Kalkstein mit einer geringen Lehmauflage. Das ist die totale Besonderheit im Medoc: KALKSTEIN. Das ist perfekt für Merlot wie in Saint Emilion. Doyac ist 28 Hektar groß und arbeitet komplett Demeter zertifiziert in Biodynamie. Die Weinstöcke sind im doppelten Guyot erzogen, die Ernte geschieht händisch und mechanisch mit einer Nachsortierung sowie einer optischen Lasersortierung nach dem Entrappen. Auch ein densitometrisches Wasserbad. Also es kommen nur top Beeren in die Vergärung, völlig clean. Die Fermentation erfolgt spontan innerhalb von 15 Tagen bei rund 26 Grad im Inox-Stahl, temperaturreguliert. Der Ausbau dann für gut 12 Monate im Holz, davon 25 Prozent neues Holz. Es werden knapp 100.000 Falschen erzeugt. Der Önologe ist der berühmte Eric Boissenot, der viele berühmte Premier und Deuxième Cru im Médoc berät und dessen Mitarbeiter Marco Balsimelli, der aber 2025 technischer Direktor im berühmten Toskana-Weingut Ornellaia wurde. Das Rebalter ist ungefähr 30 Jahre alt. Komplette Entrappung und als Biodynamiker natürlich spontan vergoren. Doyac ist seit einigen Jahren auf dem Run. Wir haben ihn vor einigen Jahren auf Empfehlung von Jean-Marc Quarin, dem angesagtesten französischen Weinjournalisten, entdeckt.

Jahrgangsbericht

Was für ein Jahrgang! Perfektes Wetter und Klima von Beginn an, reichlich Wasser im Winter und Frühjahr, gute Blüte, sich langsam steigernder Sommer inklusive, wie so oft, etwas zu viel Trockenheit und Hitze, zum Glück dann gerade noch rechtzeitig reanimierende Schauer Ende August und Anfang September. Etwas extrem nur, am linken Ufer nicht so brutal wie 2022, und doch intensiver und perfekter und etwas massiver und druckvoller als 2023 und 2024, sehr 2016er Stil! Viel besser geht es nicht. /// Auf dem rechten Ufer eher eine Wiederholung von 2022. Nach den bis dahin größten, massiven Jahrgängen 2005, 2009 und 2010, den elegant archetypischen, perfekte balancierten konzentrierten 2016 und feinerem 2020, dem spannend aufregenden Unikats-Jahrgang 2019, dem »best ever« 2022, dem umarmenden Supercharmeur 2023 und dem schlanken, reifen und zarten 2024, kommt 2025 wie bestellt und auf Samtpfoten mit einem eigenen Charakter daher. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Er scheint auf dem rechten Ufer den ewig lagerfähigen Tannin-Blockbuster (bei sehr moderater Säure) des Hyper-Jahrgangs 2022 (die Reinkarnation von 1982 und 1961 und 1945) zu kopieren, auf dem linken Ufer den 2016er, aber doch auch mit dem viel saftigeren und charmant umarmenden 2023er vereint. 2025 scheint dazu die Spannung und Frische bei sehr moderatem Alkohol (13 Grad) aus 2019 zu ergänzen, und dieser erstaunlich geringe Alkohol ist schon ein Merkmal der Perfektion. Die konzentrierte Eleganz und große Harmonie und Frische aus 2016 kommt auf dem linken Ufer dazu, ergänzt um die, sich nach der Gärung schon zeigende, erstaunlich frühe Zugänglichkeit und seidige Eleganz mit fruchtig, charmant saftigem Trinkfluss. /// Am linken Ufer gibt es ein Drittel weniger Menge als im Durchschnitt, kleinste Beeren, viel Struktur in den Cabernets, aber dank des späten Regens und einiger segensreicher Regensommerstürme auch eine gewisse Frische und Saftigkeit bei toller Reife und Frucht mit perfekter, mittlerer Säure und nur 13 Grad Alkohol. Jean Marc Quarin, Frankreichs Verkostungs-Star: »... eher dem Jahr 2016 ähnlich als 2022 – mit vergleichbaren Alkoholgraden zwischen 13,0 und 14,0 % und ähnlich niedrigen pH-Werten, gleicht 2025 einem 2016(+) mit mehr Präsenz schon beim ersten Eindruck, einem volleren, breiteren Mittelgaumen, einem ansteigenden Verlauf und längeren Abgängen.« Die Werte und Geschmackseindrücke der telefonischen Reports der »Superseconds« von Montrose und Pichon Lalande sowie Pontet Canet erinnert an 2020 und 2016. /// Meine allerersten Eindrücke Ende Januar bestätigen die große Ähnlichkeit mehr zu 2016, etwas konzentrierter und dichter als 2020. Ein perfektes Jahr und ein einfach superber Jahrgang 2025, allerdings mit sehr geringen Mengen. Reife, extrem fruchtige Merlots mit spät voll reifender, pikanter Cabernet und winzigen Erträgen. /// Im Süden, in Pessac, klingt es sogar euphorisch. Der biodynamische Régisseur von Château Carmes Haut Brion, Guillaume Pouthier, schrieb mir im Oktober: »2025 is a very very great vintage because the wine (after 30 days in the vat) comes with a perfect balance, huge and very fine structure, a lot perfume and already an amazing drinkability. It’s a PARADOX vintage because all the people think we find a lot of alcohol in the wine but the average for Carmes is only 13°. It’s a WOW vintage. Come on Heiner, taste it !!!« /// Auf dem rechten Ufer haben die besten Kalksteinterroirs Saint Emilions und die Feuchtigkeit speichernden kühleren Lehmböden des Pomerol grandiose Ergebnisse eingefahren. Die Merlot war mehr als superb in Pomerol, vielleicht ein »best ever«, weil 2025 trotz der Mini-Erträge doch saftiger ist als 2022. Dafür litt Cabernet in Pomerol auf sandigen Böden unter der Trockenheit, auf feuchtem Lehm und Ton und auf Kiesböden war alles fein, allerdings auch hier sehr kleine Erträge. Auf Kalkstein war die Cabernet Franc der großartigen Merlot sogar überlegen, so gut war das Ergebnis dieser Rebsorte noch nie sagt der Castillon-Biodynamiker Clos Louie und Adrien Beaulieu vom Bio-Weingut Château Coutet. DAS "Cabernet-Franc Jahr" 2025 sagen sie. Chateau Coutet und das ebenfalls biologisch arbeitende Jean Faure vergleichen 2025 sogar mit einem etwas balancierteren und konzentrierteren 2019 und setzen den Jahrgang 2025 ob seiner fruchtigen Saftigkeit und Frische mit geringem Alkohol sogar über 2022. Alles bei moderaten 13,5 Alkohol auf Kalkstein und moderaten 14 Grad Alkohol auf Lehm und Sand und Kies in Pomerol. Auf Kalkstein in Saint Emilion und Castillon, dem in 2025 wohl perfekten Terroir, gab es sogar halbwegs normale Mengen. In Pomerol hat die Trockenheit ihren Tribut in Form von 30% Ernteeinbußen gefordert. Reif, saftig, fruchtig, elegant, sehr balanciert trotz hoher Konzentration, aber eben sehr wenig. /// 2025 reiht sich ganz sicher ein bei den besten Bordeaux-Jahrgängen ever aus 2009, 2016 und 2022, und ist dabei einer der balanciertesten und ausgewogendsten Jahrgänge überhaupt. UND sehr früh zugänglich und charmant. So soll es sein! /// Aber die Winzer sagen auch, dass sie mit solch extremen Klimabedingungen und geringsten Erträgen, auf Dauer am Rande der Überlebensfähigkeit sind.

19
/20

Gerstl über: Chateau Doyac Cru Bourgeois Supérieur

Die Frucht spielt die erste Geige, schwarze Beeren vom Feinsten, begleitet von raffinierten Terroiraromen, verbindet sich das zu einem berauschend schönen Duft, das ist pure Natur, eine sinnliche Duftschönheit, eher zart aber mit viel Strahlkraft. Sanfter Gaumenfluss, ein verspieltes Leichtgewicht mit unglaublich konzentrierter und komplexer Aromatik, atemberaubend frisch und köstlich süss, eine sublime Delikatesse, da ist auch Spannung drin, der Wein lebt, ja vibriert förmlich, eine eindrückiche Naturschönheit, die Biodynamie hat zweifellos einen grossen Einfluss auf den Wein, der berührt das Herz, das ist so ein Wein, den man einfach lieben muss und der auch jung schon Hochgenuss bietet, schon dieses Fassmuster ist ein Erlebnis. Da ist aber auch Potenzial für ein langes Leben. (mg)

Mein Winzer

Château Doyac

Château Doyac ist ein kleines, biodynamisches Weingut direkt an der nördlichen Grenze zu Saint Estephe mit wirklich extrem arbeitenden Besitzern. Im Grunde so eine Art zweites Clos Manou in der Perfektion, vielleicht nicht ganz so extrem im niedrigen Stockertrag, aber dazu kommt hier noch der...

Chateau Doyac Cru Bourgeois Supérieur 2025