2025 bei Doyac: Direkt nach Château Carmenère und Clos Manou probiert. Das Jahr der Finesse, der Leichtigkeit, der fruchtigen Luftigkeit und der seidigen Beschwingtheit! Auch hier bei Doyac. Es klingt ein bisschen platt: Der beste Doyac, den es je gab. Aber es ist einfach so! 2025 wirkt so mühelos, nichts ist erzwungen – genau das macht große Jahre aus. Der Wein besteht aus 70 Prozent Merlot, dazu kommen 25 Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Cabernet Sauvignon. 34 hl/ha Ertrag. Der Alkoholgehalt liegt bei 13 Volumenprozent. Schon die Nase ist ein Traum: Satte rote und schwarze Kirsche und Sauerkirsche, das Ganze leicht und reif, nicht zu süß, aber auch überhaupt nicht grün. Das ist einfach nur ätherisch-schwebend, als sei es ein tanninfreier Fruchtsaft… Langsam gesellt sich ein bisschen Schlehe dazu, auch Gestein, als käme der Wein vom Kalkstein, was er ja hier auch tut. Im Mund dann fast pure Sauerkirsche mit Salz und Erdbeere – aber nicht süße, sondern klassisch Walderdbeere, die ja auch diese enorme Frische wie eine rote Johannisbeere mitbringen kann. Gesteinsmehl und Salz darunter, dann kommt volle rote Johannisbeere mit dieser wunderbaren Säure. Das Ganze vermählt sich zu einem fast gerbstofflosen, enorm schicken Fruchtsaft mit ungeahnter Dichte. Schick, fein, leicht, luftig und beschwingt, trotzdem hat das so viel Substanz in der Mitte! Für fast zwei Minuten steht das am Gaumen… Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: 2025 ist im Norden des Médoc ein so wahnsinnig schönes Jahr, weil es einfach viele, aber so sanfte und zarte Tannine hat, so fein und trotzdem so substanzreich und frisch ist, bei niedrigem Alkohol. Einfach nur ein wunderschöner Wein mit viel Substanz, Länge und immenser Frucht. Aber auch mit Leichtigkeit, Finesse und extrem schicker Frische. Best ever! *** Château Doyac ist ein ganz kleines Weingut mit wirklich extrem arbeitenden Besitzern, im Grunde so eine Art zweites Clos Manou. Spezielles Terroir mit reinstem Kalkstein, deshalb auch die spezielle Ausrichtung mit so viel Merlot, was sehr untypisch für das Médoc ist. Inzwischen 100 Prozent Demeter zertifiziert. Doyac liegt direkt neben der Appellation Saint-Estèphe, etwas im Norden davon. Die Reben sind im Schnitt 30 Jahre alt. Der Weinberg ist dichtgepflanzt mit 7.000 – 8000 Pflanzen pro Hektar. Das heißt pro Stock deutlich weniger als ein Kilo aus kleinen stammnahen Träubchen. Der Untergrund besteht überwiegend aus Kalkstein mit einer geringen Lehmauflage. Das ist die totale Besonderheit im Medoc: KALKSTEIN. Das ist perfekt für Merlot wie in Saint Emilion. Doyac ist 28 Hektar groß und arbeitet komplett Demeter zertifiziert in Biodynamie. Die Weinstöcke sind im doppelten Guyot erzogen, die Ernte geschieht händisch und mechanisch mit einer Nachsortierung sowie einer optischen Lasersortierung nach dem Entrappen. Auch ein densitometrisches Wasserbad. Also es kommen nur top Beeren in die Vergärung, völlig clean. Die Fermentation erfolgt spontan innerhalb von 15 Tagen bei rund 26 Grad im Inox-Stahl, temperaturreguliert. Der Ausbau dann für gut 12 Monate im Holz, davon 25 Prozent neues Holz. Es werden knapp 100.000 Falschen erzeugt. Der Önologe ist der berühmte Eric Boissenot, der viele berühmte Premier und Deuxième Cru im Médoc berät und dessen Mitarbeiter Marco Balsimelli, der aber 2025 technischer Direktor im berühmten Toskana-Weingut Ornellaia wurde. Das Rebalter ist ungefähr 30 Jahre alt. Komplette Entrappung und als Biodynamiker natürlich spontan vergoren. Doyac ist seit einigen Jahren auf dem Run. Wir haben ihn vor einigen Jahren auf Empfehlung von Jean-Marc Quarin, dem angesagtesten französischen Weinjournalisten, entdeckt.