Doyac 2023 ist mit einem Anteil von 65% klar von der Merlot dominiert. Der restliche Anteil bilden 20% Cabernet Franc und 15% Cabernet Sauvignon. Die Reben sind im Schnitt 20 Jahre alt. 38 hl/ha Ertrag. Der Alkoholgehalt liegt bei 14,5% vol. Spontan vergoren und ausgebaut im Barrique, im großen Holz, sowie teilweise auch in Amphoren. Bereits der erste Eindruck, die allererste Nase verspricht pure, hedonistische Freude! So unfassbar saftig und samtig in diesem feinen Druck aus reifer Schwarzkirsche, Pflaume, Veilchen und Maulbeere. Dazu Lakritze satt. Tief und reif, dabei so ultraklar. Das Versprechen wird dann auch im Mund gehalten. Hier dominiert ganz klar die reife, satte Kirschfrucht. Saftige Waldbeeren werden von samtigen Tanninen umspielt, dazu etwas heller Kakao. In einer Mehrjahrgangs-Vergleichsprobe exakt auf dem gleichen Qualitätslevel mit dem 2019, erstaunlich ähnlich. Ein großartiger Verfolger des Blockbusters aus 2022 und der Primaballerina aus 2020. Was für eine schicke Länge im 2023er, was für eine Freude dieser rote Doyac ist. Wieder einmal ein toller Wert! *** Château Doyac ist ein ganz kleines Weingut mit wirklich extrem arbeitenden Besitzern, im Grund so eine Art zweites Clos Manou. Spezielles Terroir mit reinstem Kalkstein, deshalb auch die spezielle Ausrichtung mit so viel Merlot, was sehr untypisch für das Médoc ist. Doyac liegt direkt neben der Appellation Saint-Estèphe, etwas im Süden davon. Der Weinberg ist dichtgepflanzt mit 7.000 Pflanzen pro Hektar, der Ertrag liegt bei rund 40 Hektolitern. Das heißt pro Stock deutlich weniger als ein Kilo aus kleinen stammnahen Träubchen. Der Untergrund besteht überwiegend aus Kalkstein mit einer geringen Lehmauflage. Doyac ist 28 Hektar groß und arbeitet komplett Demeter zertifiziert in Biodynamie. Die Weinstöcke sind im doppelten Guyot erzogen, die Ernte geschieht händisch und mechanisch mit einer Nachsortierung sowie einer optischen Lasersortierung nach dem Entrappen. Also es kommen nur top Beeren in die Vergärung, völlig clean. Die Fermentation erfolgt innerhalb von 15 Tagen bei rund 26 Grad im Inox-Stahl, temperaturreguliert. Der Ausbau dann für gut 12 Monate im Holz, davon 25 Prozent neues Holz. Es werden knapp 100.000 Falschen erzeugt. Die Önologen sind der berühmte Eric Boissenot, der viele berühmte Premier und Deuxième Cru im Médoc berät und dessen Mitarbeiter Marco Balsimelli. Das Rebalter ist ungefähr 25 Jahre alt. Komplette Entrappung und als Biodynamiker natürlich spontan vergoren. Doyac ist seit einigen Jahren auf dem Run. Wir haben ihn vor einigen Jahren auf Empfehlung von Jean-Marc Quarin, dem angesagtesten französischen Weinjournalisten, entdeckt.