50 Prozent Merlot, 45 Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Malbec. Zu 100 Prozent entrappt. Der Ausbau geschieht im großen Holz und in Amphoren. Der Alkoholgehalt liegt bei 13,5 Volumenprozent, der pH-Wert bei 3,3. Eine Nase voller Charme und Verspieltheit! Rote Frucht mit süßer roter Kirsche, Sauerkirsche und Schlehe. Aber superfein! In der Säure eher verhalten, das tendiert eher zu Charme und Süße. Schon die Nase ist lecker und seidigst verwoben. Feine Blüten kommen dazu, ein bisschen Graphit. Auch im Mund einfach nur fein, schick und voluminös. Das hat nicht die Dimension des zuvor probierten Domaine de L’A, das auf keinen Fall. Aber CPA ist luftiger, ätherischer, schwebender, und er ist eine unendliche Feinheit, das hat eine wahnsinnige Grandezza! Sowas von schick und charmant, voller roter Frucht, die in den Mund spült. Walderdbeere und Waldhimbeere noch vor Kirsche, ein bisschen Schwarzkirsche kommt dazu, feine helle Milchschokolade. Seidigste Tannine… So lecker! Aber trotzdem hat das durchaus ein bisschen Vibration, Kick und Drive am sehr pikanten Ende. Die Tannine sind schon reichlich vorhanden, sie sind aber auch sehr weich. Und sooo seidig! Durchaus Grip in der salzigen Länge, es bleibt kein Kindersaft, aber immer sehr schick, fein und fruchtig und unanstrengend. Ungemein lecker und trinkig! A real red Beauty! *** Clos Puy Arnaud liegt oben auf dem reinen Kalksteinplateau von Castillon in allerbester Lage. Ein Terroir wie man es sich auch in Saint-Émilion nicht besser vorstellen könnte. Der Besitzer ist Thierry Valette, ein Biodynamiker der ersten Stunde. Seinen Eltern gehörte das Weingut Château Pavie. Thierry ist nicht nur Biodynamiker, sondern ein weit darüberhinausgehender Verteidiger der Umwelt, genau wie sein Freund Alain Moueix von Château Fonroque. Zwei der Top-Biodynamiker in Bordeaux, von denen es zum Glück immer mehr gibt. Aber alle sind ein ganz klein wenig schräg und eigenwillig – für die Umwelt nur das Beste. Thierry arbeitet jedes Jahr mit deutlich weniger Kupfer als es erlaubt wäre, sogar mit dramatisch weniger. Seine Trauben reifen aufgrund der Biodynamie und auch wegen der Verringerung des Kupfereinsatzes deutlich früher als vergleichbare Trauben. Thierry liebt den oxidativen Ausbau. Deshalb haben seine Weine viel Ähnlichkeit in der Stilistik und der Ausrichtung mit den Weinen von François Mitjavile von Tertre Roteboeuf. Allerdings passt er sorgfältig auf und so ist der Anteil an großen Holzgebinden mittlerweile deutlich größer als der Anteil der oxidativen Amphoren. Der Cabernet Franc-Anteil wächst von Jahr zu Jahr. Thierry stellt die Weinberge mittels Selection Massale Stück für Stück um, da seine Stilistik eindeutig Richtung Loire tendiert.