Die Jülgs haben sich bewusst dazu entschlossen, eine größere Menge dieses Ortsweins aus dem dramatisch-kühlen Jahrgang 2021 als Reserve im Weingut zu behalten, da er anfangs doch nicht ganz so zugägnlich daherkam und ein wenig Zeit brauchte. Jetzt, Anfang 2025 aus der Schatzkammer direkt zu uns, präsentiert er sich dafür aber ums besser! Immer noch leicht reduktiv in der Nase mit Noten von Streichholz, Feuerstein und nassem Kalk. Dazu kommt dann etwas Butterpopcorn. Bisweilen hat man deutliche Chardonnay-Anklänge. Aber alles ist schon betörend, klar und fokussiert. Da schwelgt man schon ein Weilchen, bis man das Glas ansetzt. Im Mund dann zunächst etwas sanfter mit weißem Pfirsich und milder Zitrone, dann kickt aber die klirrende Säurefrische ordentlich rein. Auch etwas grüne Birne und die interessante Kombination eines gereiften Granny Smith, also sehr reifer Säure, die eben nicht mehr Spitz ist, sondern wunderbar ineinandergreift. Eine kräutrige Salzspur kommt auch hier immer wieder im Nachschmecken. Wirklich ein genialer Weißburgunder, der dieses Late-Release auf jeden Fall gebraucht hat. Sehr schick!