Lobenberg: Von der Balance und der Säurefrische ist der Jahrgang vergleichbar mit 2015 oder 2012, auch mit 1996 sagt Papa Dr. Richter. Hohe Extraktwerte und sehr hohe Weinsäureanteile. Mittelhohe Mostgewichte, aber sehr reifes Lesegut. Die feinherbe Variante ist immer aus den etwas „jüngeren“ Reben, an der Mosel heißt das also 50 bis 60 Jahre. Schön geringer Alkoholgehalt, eigentlich eher wie einige restsüße Weine in anderen Jahren, grandios für einen feinherben Wein. Glockenklare europäische Frucht, Pampelmuse, Aprikose, Grapefruit und Mandarine. Der Wein kratzt gerade so an der Grenze zu trockenschmeckend, das ist schon eine super Quadratur für feinfruchtige Moselaner, die man einfach so wegziehen kann. Wunderbar animierend. Das hier ist ein feinherber Bereich wie man ihn sich eigentlich wünscht, süffig ohne Ende. Denn vorne herum kommt die saftige, leicht gelbe Frucht und spielt am Gaumen, dann folgt das feinsalzige Spiel aus dem Gestein, diese schwebende Leichtigkeit der Sonnenuhr. Das Finale ist dann aber gefühlt fast trocken und bekommt einen leicht herben Kick aus Grapefruitschalen und griffiger, steiniger Phenolik. 2023 ist ein köstlich harmonischer Jahrgang für diesen Wein. 93/100