Aus 2025 gibt es endlich wieder Gewürztraminer, nachdem er 2024 komplett erfroren war. Typisch Schäfer-Fröhlich ist selbst der Gewürztraminer keine Aroma-Bombe, sondern ein eher zurückhaltender, leiserer, eleganterer Vertreter dieser Rebsorte. Fröhlichs Gewürztramer steht auf kargen Riesling-Böden, hat eine sehr feine Frucht, ist eher eine mineralische Nummer, die man dem Gewürztraminer ja gar nicht zutrauen würde. Der Ausbau findet in einem Tonneaux (20 Prozent) statt, der Rest ist im Edelstahl. Die Frucht bleibt dezent, ist aber in 2025 durchaus aromatisch und offen. In der Nase Rosenblätter und Grapefruit, die Frucht kommt schön durch. Es ist in 2025 nochmal ein bisschen früher gelesen als sonst, dadurch ist sein Typus noch frischer geworden. Tim hat Gefallen an diesem früher gelesenen Stil gefunden und will es jetzt tendenziell eher so machen, obwohl es gar keine Absicht war, sondern sich eher so ergeben hat. Knochentrocken durchgegoren. Unglaublich, selbst in einen Gewürztraminer, der ja oft noch fetter als Grauburgunder gerät, schafft es Tim Fröhlich seine immense Säurefrische reinzuzaubern. Mundwässernd, salzig, pikant-würzig im Nachhall. Tolle Mischung aus Energie und cremigem Schmelz des Traminers. Das ist mit der trinkigste Gewürztraminer, den ich kenne, weil er diesen rassigen Schäfer-Fröhlich-Stil hat. Zudem halten die Weine laut Tim ewig, er sagt nach 10 Jahren sind sie noch immer taufrisch. Super animierend!