Das waren dicke, über 50 Jahre alte Scheurebestöcke, die Mays umveredelt haben auf Chardonnay. Der karge Muschelkalkboden in der Ersten Lage Benediktusberg passt ja perfekt, absolutes Kernstück der Lage. Die Nachbarwinzer schütteln den Kopf, wenn Mays hier in Handarbeit biologisch arbeiten in diesem ultrakargen, steilsten Stück. Da Chardonnay in Deutschland erst seit Anfang der 1990er Jahre zugelassen ist, zählen die Reben somit sicher zu den ältesten in Deutschland. Es gibt nur 300 Liter. Ein gebrauchtes Barrique und ein kleines Sonderanfertigungsfass. Ausbau für rund 18 Monate im Fass. Schöne rauchige Nase mit feiner grüner Nuance darin, Fenchelgrün, Anis, weißer und ein bisschen hellgelber Pfirsich, Apfeltöne. Der Mund ist saftig und hochfein, Apfelnoten, schöne grünliche Spannung. Kreidig, griffig, feine Tannine im Nachhall, schöne Länge. Am ehesten mit einem kühlen Hochlagen Saint-Aubin oder vielleicht sogar einigen Jura-Chardonnays vergleichbar in seiner straffen und würzigen Art. Aus Franken hätte ich so einen Stoff jedenfalls nicht erwartet, genial!