Das ist ein Rosé mit richtig klarer Ansage. Was anderes würde man von Andy und Steffen Rings auch nicht erwarten. Die beiden greifen hier auf den Saftabzug aus ihren Toplagen Saumagen, Steinacker und Kalkofen zurück, also genau das Material, das sonst in die großen Pinot-Rotweine geht. 2024 wurde bewusst etwas mehr abgezogen, um den Rotweinen mehr Dichte zu geben, aber die Qualität war schlicht zu gut, um sie nicht separat zu zeigen. Spontan im Holz vergoren, 18 Monate auf der Hefe, unfiltriert gefüllt. Entsprechend ernsthaft und kompromisslos ist der Stil. In der Nase direkt tief und mit ordentlich Spannung. Grapefruit, Sauerkirsche und rote Johannisbeere, dazu Himbeere und eine feine, rauchige Reduktion. Dahinter kalkige Noten, nasser Stein, geröstete Nüsse und etwas Thymian. Sehr klar, sehr fokussiert, aber mit enorm viel Substanz. Am Gaumen dann kraftvoll und griffig. Saftig, dicht und mit spürbarem Zug, getragen von einer feinen Tanninstruktur, die dem Wein ein starkes Rückgrat gibt. Rote Frucht, Sauerkirsche und Johannisbeere, dazu dieser zitrische Frischekick von Grapefruit. Die Säure ist präzise und lebendig, zieht den Wein nach vorne, während die kalkigen Böden für eine markante salzige Mineralität sorgen. Feine Bitterkeit gesellt sich dazu. Das ist kein Rosé für nebenbei, sondern einer mit Struktur, Tiefe und Energie, dabei trotzdem animierend und nie schwer. Der Pinot-Charakter ist klar da, nur eben in einer sehr eigenständigen Interpretation. Im Finale lang, salzig, leicht nussig und mit viel Nachhall. Ein kompromissloser Rosé mit Anspruch und unverkennbarer Handschrift von Rings – kraftvoll, präzise und ziemlich beeindruckend.