Riesling Hallgarten Alte Reben 2021

Peter Jakob Kühn: Riesling Hallgarten Alte Reben 2021

BIO

Zum Winzer

94–95+
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2030
Verpackt in: 6er
9
frische Säure
fruchtbetont
mineralisch
3
Lobenberg: 94–95+/100
Parker: 92/100
6
Deutschland, Rheingau
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Hallgarten Alte Reben 2021

94–95+
/100

Lobenberg: Dieser »Ortswein Plus« stammt von den ältesten Rebstöcken in Hallgarten, rund 40 Jahre alt im Schnitt. Nur aus den klassifizierten Ersten und Großen Lagen Hendelberg, Jungfer, Schönhell und Würzgarten, allesamt kühle Höhenlagen auf 180 bis 350 Metern. Vollreif und kerngesund gelesen, dann schonende Ganztraubenpressung über mehrere Stunden. Anschließend spontan vergoren und über 10 Monate im großen Stockinger-Fass und Edelstahltank auf der Hefe belassen. Glockenklare Frucht von weißem Pfirsich, reifer Zitrone und nur ganz feiner, heller Exotik. Maximal ein Touch Passionsfrucht. Daneben sehr viel Gesteinsmehl mit zarter Reduktion, Bienenwachs und weißen Blüten. Nichts ist hier laut, einfach nur total schwebend. Am Gaumen sind Peter Bernhards Rieslinge nie extrem, sie sind immer in sich ruhend, aber der 2021er hat eine für Kühn fast ungewöhnliche, elektrisierende Spannung. Sehr viel Schub aus saftiger, reifer Zitrone und Limette, langes Spiel aus dieser kristallinen Säure und salziger Mineralität regt den Speichelfluss an und lässt die Augen schmal werden. Ein Ortswein mit überraschend viel Dampf und Zug. Hallt noch lang nach. Sehr schön! 94-95+/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

92
/100

Parker über: Riesling Hallgarten Alte Reben

-- Parker: The 2021 Hallgarten Riesling trocken Alte Reben is pure and refined on the remarkably precise and slatey as well as ripe and elegant fruity nose. Medium to full-bodied and with great finesse and mineral purity, this is a tight and salty, very persistent and lemon-bitter Hallgarten with a straightforward character. The aftertaste is fresh, crisp and enormously saline. A fascinating pure Riesling indeed. 12% stated alcohol. Tasted at the domaine in August 2022. 92/100

Mein Winzer

Peter Jakob Kühn

Dass man nicht immer Mainstream sein muss, um großen Erfolg zu haben, beweist Familie Kühn mit Ihrer herausragenden Arbeit als Demeter-Aushängeschild des Rheingaus. 1978 übernahmen Angela und Peter Jakob Kühn das Gut in Oestrich-Winkel von Peters Vater, der kurz darauf nach langer Krankheit...