Die Trauben stammen zu 100 Prozent von eigenen Weinbergen, der Pinot Noir wächst auf Terra Fusca, also dichter Lehm über Kalksteinfels, im Schutz des Donnersberges. Die Lage Kirchenstück liegt in Hohen-Sülzen, wo auch Battenfeld-Spanier unterwegs ist. Der Grundwein wird rein im Stahl ausgebaut, mit BSA, dann folgt die Hefelagerung. In der Reservelinie sind wir jetzt bei 90 Monaten Hefelager angelangt und der Sprung von der Traditionslinie mit rund 36 Monaten ist deutlich spürbar. Die Hefeprägung tritt noch viel stärker hervor. Brut Nature, ohne Dosage. Ausbau des Grundweines in gebrauchten Barriques zu etwas über 40 Prozent. Das Kirchenstück ist ein tiefgründiger, richtig satter, fast fetter Boden. Dazu warm exponiert, es wird immer reif und kann trotzdem gute Erträge fahren, die für Sekt wichtig sind, damit die Säure stabil bleibt. Der 2017er ist ein Hammerstoff! Schon die erste Probe hat mich umgehauen, konzentrierte helle Orangenfrucht, Grapefruit, rote Pflaume, etwas Litschi. Am Gaumen wahnsinnig tief und würzig, mit Sauerteig und Toffee, Mandelcreme und dann wieder kleine, knubbelige, rote Beeren. Das feine an diesem Pinot Noir ist, dass er über Struktur und Würze, über den puren Ausdruck der Rebsorte kommt und nicht über Frucht. Kraftvoll und einnehmend im Mund, kleidet alles aus. Der Zug und Druck sind schon immens, die feinen Gerbstoffe ziehen an den Backen, Salz überzieht die Zunge, dunkel und würzig im Ausdruck. Schiebt an wie ein Bulldozer. Wow, der 2017er ist ein Megastoff, setzt locker nochmal eine Schippe auf den 2015er drauf.