Amarena-Schwarzkirsche, und noch erdiger, würziger und noch dunkler in der Frucht als Clos des Tourelles. Darunter satte provenzalische Kräuter, sehr feine Lakritze und Sandelholz. Im Mund unglaublich Schub. Die Tannine sind massig vorhanden, aber samtig, so opulent und reich, so dunkel, fast geheimnisvoll in ihrer Opulenz. Der Wein hat unglaublichen Schub und Mineralität, der ganze Gaumen wird ausgekleidet. Das Zahnfleisch wird belegt von dunkler, intensiver, fast klebriger schwarzer und roter Frucht. So eine wahnsinnige Intensität! Anders als der feinere Clos des Tourelles ist der L’Argnée deutlich auf der wuchtigeren Seite mit diesem unglaublichen Schub. So hintergründig, so ursprünglich! Multikomplex, geheimnisvoll und für Minuten stehend mit changierenden Eindrücken. Dunkel und exotisch dabei, mit Minze und Eukalyptus, Cassis und Brombeere. Dazu Süße aus Feigen ohne wirklich süß zu sein. Diese opulente Majestät braucht Jahre, um sich zu trinkiger Feinheit aufzuschwingen. Erstmal ist diese ganze Wucht, die ganze Süße, die Dichte aus Feigen, Amarena, Minze und Eukalyptus, zu überwältigend. Aber ohne Frage großer Stoff – ein Unikat in seiner Ausprägung zwischen Burgund und vielleicht Australien. Groß! 100/100 *** Der L’Argnée stammt aus einem Hektar in biodynamischer Bearbeitung, weit unterhalb von Clos des Tourelles gelegen, neben den Einzellagen von Saint Cosme. Uralte Reben, die vor der Reblaus gepflanzt wurden. Sie sind wurzelecht, weil die Reben auf sandigen Böden stehen, in denen sich die Reblaus nicht wohlfühlt. Bei diesem Wein werden die Trauben nicht entrappt und dann spontan vergoren. Ausgebaut wird im Holzfuder und im Tonneau. Die Böden sind auf dem felsigen Untergrund von Gigondas gelegen, aber der größte Teil ist überwiegend leichter Sand als Auflage.