Es gab viel Pilzdruck in Châteauneuf in 2024, vor allem für die Bio-Betriebe wie Caillou bzw. Panisse war es ein ständiger Kampf gegen die Nässe anzurennen. Auf Caillou haben die Biodynamiker alles gegeben, und dann eine zwar kleinere, aber sehr erfreuliche Ernte einbringen können. Die 2024er sind wunderbar leicht und beschwingt, haben eine sehr erfrischende, knackige Seite an sich. Ein bisschen wie 2008, nur präziser und klarer. Die Alkoholgrade sind niedriger, vor allem bei den Weißweine eine willkommene Abwechslung, die dadurch eine ganz neue Dimension an Trinkfluss erhalten. Die Roten sind sehr aromatisch und saftig, ein bisschen wie 2021, die noch kirschiger und burgundischer waren in der Auslegung. 2024 hat durch den heißen August schon etwas mehr Power mitbekommen, bleibt jedoch ein sehr eleganter und trinkfreudiger Jahrgang. Eine alte, kleine Domaine mit arrondierten Reben auf absolutem Top-Terroir, Nachbar von Rayas, Janasse, Clos du Caillou und allen Stars des nördlichen Châteauneuf. Clos du Caillou hat die einmalige Chance genutzt an dieses Kleinod zu kommen als das Inhaber-Ehepaar in Ruhestand ging und die Domaine offerierte. Die Domaine macht nur zwei Weine, einen Châteauneuf-Blend, der um die Domaine wächst und diesen Côte du Rhône. Der Wein wächst in einer Einzellage im Cote du Rhône Village Saint Cecile, aber Clos Caillou hat sich entschieden ihn nur als CdR zu labeln mit dem Eigennamen Le Mazet, was für die alte Landvilla Domaine de Panisse steht. Die Reben stehen bei Plan de Dieu, wo auch Cambies Calendal herkommt. Das ist also ungefähr eine halbe Stunde von der Domaine entfernt, auf einem Terroir, das Châteauneuf ähnelt, aber nahe Rasteau weiter im Norden liegt. Grenache und Syrah zusammen vergoren in Betontanks, danach Ausbau in Fudern und Barriques. Kraftvolle Nase, es ist klassischer und dichter als die Superstyler von Caillou, nicht ganz so pure Seide, sondern strukturierter und etwas mehr für die Reifung gebaut. Dunkler, schwärzer, klassischer in der Ausrichtung als Clos du Caillou. Wir haben eine sehr dichte, herbsaftige Frucht von Holunder, Räucherspeck und süße dunkle Waldbeeren, darüber blaue Blüten. Generell ein sehr blumiger Ausdruck, das gibt ihm trotz der Power auch etwas Verspieltes. Die hohe Frische erinnert schon etwas an Cambies Calendal, aber weniger Vollgas, etwas feiner. Es ist etwas weniger zart als Caillou, hat schon mehr Druck, das Terroir ist etwas kräftiger, hat etwas mehr Lehm zum Sand und das schmeckt man schon, selbst in einem leichteren Jahrgang wie 2024 hat der Wein viel Substanz für einen Côtes du Rhône. Wir sind dennoch beim feinen Trinkfluss von Caillou.