Lobenberg: Ein Blend mit Majorität von seltener, pinker Clairette, dann Grenache, Viognier, Roussanne, Bourboulenc. Die Clairette ist eine völlig unterschätzte Rebsorte, wurde häufig nur mit recht simplen Rhôneweinen in Verbindung gebracht, aber von Clos des Papes wissen wir, dass sie auch die Basis für große Weißweine des Südens bilden kann. Die bringt immer viel mehr Frische ins Glas als Marsanne oder Roussanne. Die Reben stehen auf Argiles und Galets Roulets, also klassisches, reiches Châteauneuf-Terroir. Direktpressung und Vergärung in Edelstahl, Ausbau dann in Betoncuves und einem winzigen Teil Barriques. Eine wunderbar schicke Nase. Zuerst europäisch in der Frucht, die Duftigkeit der Clairette kommt gut raus. Etwas weiße Zitronenschale mit feinen Bitterstoffen, Lindenblüte, Rosmarinzweige, ganz hinten auch etwas Blutorange. Ein ganzer Strauß Blumen schwingt mit, die Duftigkeit ist wirklich verblüffend. Dabei ist alles untermalt mit einer eleganten, steinigen Mineralik und leichten Anklängen von Hefe. Die 2024er sind wunderbar leicht und beschwingt, haben eine sehr erfrischende, knackige Seite an sich. Ein bisschen wie 2008. Am Gaumen ein starker Geradeausläufer, aber durchaus auch mit einer angenehmen Fülle ausgestattet. Braucht keinen Vergleich zu scheuen. Extrem einladend im Trinkfluss mit einer brillanten Zitrusfrische und wieder satter Blumigkeit im herrlich langen Nachhall, die eben von der tollen Clairette kommt.